PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSchüsse in GöttingenPolizei verstärkt nach Ausschreitungen zwischen Großfamilien Präsenz und fordert AbschiebungenStand: 01:18 UhrLesedauer: 2 MinutenGroßaufgebot der Polizei in der Göttinger InnenstadtQuelle: Stefan Rampfel/dpaNach den anhaltenden Gewaltexzessen zwischen verfeindeten Großfamilien kündigt die Polizei in Göttingen mehr Präsenz und Aufenthaltsverbote für das Stadtgebiet an. So soll das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt werden. Zudem regt die Polizei Abschiebungen an.Nach Ausschreitungen in Göttingen, bei denen auch ein Polizist angeschossen wurde, hat die Polizei inzwischen 49 Verdächtige ermittelt. Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, wie die Beamten mitteilten. Vor rund anderthalb Wochen war es am Rand der Göttinger Innenstadt einmal mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien gekommen. Dabei soll ein 16-Jähriger mit einer Pistole geschossen und so einen 26 Jahre alten Polizisten lebensbedrohlich verletzt haben. Der Polizist schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr und ist nach Polizeiangaben auf einem guten gesundheitlichen Weg. Der 16-Jährige stellte sich einige Tage später und sitzt nun in Untersuchungshaft. Gegen den deutsch-serbischen Jugendlichen wird unter anderem wegen versuchten Totschlags ermittelt.Lesen Sie auchDie Tat markierte den vorläufigen Höhepunkt einer Fehde zwischen zwei polizeibekannten Großfamilien, die Sicherheitsbehörden seit Wochen beschäftigt. Nach WELT-Informationen konzentrieren sich die Ermittlungen auf Angehörige der Familien S. und R. Den Behörden in und um Göttingen sind sie seit Jahren bekannt.Bereits Tage vor den Schüssen waren nach Informationen von WELT in der Innenstadt rund 20 Personen aus den beiden Familien aneinandergeraten. Ein Mann sei dabei verletzt worden. Die Beamten stellten unter anderem eine Schreckschusspistole, einen Baseballschläger sowie einen Teleskopschlagstock sicher.Polizei will Folgeaktionen der Großfamilien verhindernDie Polizei ordnet die beiden Großfamilien eigenen Angaben nach dem Phänomenbereich der Clankriminalität zu. Die genauen Tathintergründe sind weiter unklar. Die weitere Auswertung von Videosequenzen dauert demnach an. Lesen Sie auchAls Reaktion auf die Auseinandersetzungen wurde den Angaben nach auch die Polizeipräsenz im Stadtgebiet verstärkt. Im Nachgang an die Vorkommnisse hat die Polizei 16 Aufenthaltsverbote für das Stadtgebiet Göttingen ausgesprochen. Die Polizeiinspektion Göttingen hat demnach in kürzester Zeit eine Vielzahl von präventiven und repressiven Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt. Seit den Vorfällen hat die Polizei mit den Organisationseinheiten des Einsatz- und Streifendienstes, der Verfügungseinheit sowie starken Kräften der Bereitschaftspolizei Niedersachsen die „sichtbare Präsenz“ erhöht. Ziel: „Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken und Folgeaktionen der Großfamilien durch robuste Präsenz und Kontrollmaßnahmen verhindern.“Lesen Sie auchAuch Abschiebungen habe die Polizei bei den zuständigen Behörden angeregt. „Eine solche Gewalteskalation auf offener Straße, verbunden mit dem Einsatz von Waffen, ist nicht hinnehmbar“, sagte Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn. „Wir werden mit allen zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln gegen kriminelle Clanstrukturen in unserem Zuständigkeitsbereich vorgehen.“Die Polizeiinspektion Göttingen arbeite dabei eng mit ihren Netzwerkpartnern zusammen. Dieses konsequente und abgestimmte Vorgehen unterstütze Wulff-Bruhn ausdrücklich. „Ich bin zudem sehr froh, dass unser Kollege gesundheitlich auf einem guten Weg ist. Wir sind immer noch schockiert über diesen Gewaltexzess,“ so die Polizeipräsidentin.dpa/saha