Am Sonntag, den 11. Oktober 2026, wird Philippe Sands in der Paulskirche zu Frankfurt am Main eine Rede halten. Es wird, am letzten Tag der Buchmesse, eine Dankrede sein, denn dann hat er dort den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.Laut Statut soll diese Auszeichnung an eine Persönlichkeit gehen, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat“. In jedem Jahr neu ist es spannend, für wen der Stiftungsrat sich entscheidet. Zwar wird er von der Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland verliehen, aber er ging auch schon an Bildende Künstler oder Filmemacher und er würdigt nicht nur Menschen, die hier leben.
Wurzeln im Osten
Philippe Sands ist in London zu Hause, wo er 1960 geboren wurde. Er ist als Anwalt und Professor auf das Völkerrecht spezialisiert, ist mehrfach vor dem Internationalen Gerichtshof aufgetreten. Die Wurzeln seiner Familie reichen ins heutige Lwiw in der Ukraine, ins historische Lemberg, ein Zentrum des europäischen Judentums. Als Autor wurde Sands 2016 mit dem Buch „Rückkehr nach Lemberg. Über die Ursprünge von Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bekannt. Auslöser war die Einladung zu einer Veranstaltung, vor Ort aber begann er über seine Familie zu recherchieren. Fast alle der rund 120.000 Lemberger Juden wurden von den deutschen Nationalsozialisten ermordet.










