Jurist Philippe Sands erhält im Herbst den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er arbeitet als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Das hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main bekannt gegeben.Sands setze sich „für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein“, sagte Börsenvereins-Vorsteher Sebastian Guggolz, Vorsitzender des Stiftungsrats. „Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeigt entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen ‚Genozid‘ und ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘ stehen.“Philippe Sands wurde 1960 in London geboren, er ist Professor für Internationales Recht am University College London. Als Menschenrechtsanwalt war er an bedeutenden Verfahren beteiligt, beispielsweise zur israelischen Besatzung der palästinensischen Gebiete und zu Verbrechen des Militärs in Myanmar an der muslimischen Minderheit der Rohingya. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Bücher, in denen Fragen des Völkerrechts aufgeworfen werden.Die angesehene Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.Friedenspreis für Karl Schlögel:Der OstverführerNiemand hat leidenschaftlicher für Osteuropa geworben als er. Wenige haben mit Russland härter abgerechnet. Nun bekommt der Historiker Karl Schlögel den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.Im vergangenen Jahr wurde der Historiker Karl Schlögel geehrt. Einer der prominentesten Preisträger der vergangenen Jahre war der Schriftsteller Salman Rushdie.Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen, vergibt den Preis seit 1950. Die Ehrung wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht. Diese findet in diesem Jahr vom 7. bis 11. Oktober statt.