Für die „New York Times“ ist es „eines der größten Events dieses Sommers“ und so etwas wie die amerikanische Version einer königlichen Hochzeit. Nun verdichten sich die Zeichen, dass Popstar Taylor Swift und Footballstar Travis Kelce kommende Woche heiraten wollen – und zwar am Wochenende rund um den symbolträchtigen 4. Juli, den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag.„Neue Details deuten auf eine mehrtägige Veranstaltung im Madison Square Garden hin, den Taylor Swift laut Angaben eines Managers aus der Unterhaltungsbranche gemietet haben soll“, meldete die US-Zeitung am Donnerstag. Recherchiert hat den Artikel ein fünfköpfiges Reporter-Team der „New York Times“. Der Artikel war am Donnerstagmorgen eine der Spitzennachrichten auf der Website der Zeitung.Denn bei dieser Hochzeit geht es nicht nur um das private Glück eines prominenten Paares, das sich im vergangenen August verlobt hatte. Das Thema hat in den USA auch eine enorme kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung. Swift und Kelce auf einem Archivfoto von 2024. © AFP/Patrick Smith Bei zwei großen Stars, die auch noch zwei äußerst populäre Bereiche wie Musik und Sport verbinden und damit große Fankulturen zusammenbringen, ist das Interesse der Öffentlichkeit natürlich sehr groß.Daniel Stein, Professor für nordamerikanische Literatur- und Kulturgeschichte und Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität Siegen„Zunächst ist solch eine Celebrity-Hochzeit der erfolgreichsten Sängerin aller Zeiten und eines Super-Bowl-Gewinners ein großes Medienereignis“, sagt Daniel Stein, Professor für nordamerikanische Literatur- und Kulturgeschichte und Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität Siegen, dem Tagesspiegel. „Es gibt viel zu spekulieren: Wo und wann genau findet die Hochzeit statt, wer wird eingeladen, was ist geplant?“Bei zwei großen Stars, die zwei äußerst populäre Bereiche wie Musik und Sport verbinden und damit große Fankulturen zusammenbringen, sei das Interesse der Öffentlichkeit natürlich sehr groß. „Zudem fällt das Event auch noch in eine medial extrem hyperaktive Zeit: Die Welt blickt schon wegen der WM in die USA, und auch die Feierlichkeiten zum 250-jährigen Jubiläum der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung ziehen globale Aufmerksamkeit auf sich.“In Amerika gibt es zwar keine königlichen Hochzeiten, doch die Verbindung zwischen dem wohl größten Popstar der Welt und dem dreifachen Super-Bowl-Sieger kommt dem schon sehr nahe.„New York Times“Die „New York Times“ fasst das Phänomen so zusammen: „In Amerika gibt es zwar keine königlichen Hochzeiten, doch die Verbindung zwischen dem wohl größten Popstar der Welt und dem dreifachen Super-Bowl-Sieger kommt dem schon sehr nahe.“Den Recherchen der Zeitung zufolge ist am 2. Juli eine kleine Feier im Madison Square Garden mit etwa 100 Gästen vorgesehen.Am nächsten Tag, dem 3. Juli, sollen sich in der Mehrzweckarena in Manhattan nach Angaben von Insidern etwa 1000 Gäste zu einer aufwendigeren Feier versammeln, bei der möglicherweise auch Bühnenauftritte stattfinden werden.Die Vorbereitungen gehen laut „New York Times“ zudem über die Arena hinaus: „Laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen wurde bei der Stadt New York ein Antrag gestellt, die Straßen rund um den Madison Square Garden vom 2. Juli bis zum 4. Juli mittags für die Veranstaltungen zu sperren.“Mehrere Mitglieder von Travis Kelces Football-Team, den Kansas City Chiefs, haben laut Informationen der Zeitung Hotelzimmer für den Zeitraum um den 3. Juli im Marriott Marquis am Times Square gebucht. Und die für den Bahnhof unterhalb der Arena zuständige Bahnhofspolizei sei darauf hingewiesen worden, dass am Wochenende des 4. Juli mit einer Swift-Hochzeit zu rechnen sei.Politisch ist diese Hochzeit auch deshalb von Bedeutung, weil Taylor Swift sich in der Vergangenheit kritisch über Donald Trump geäußert hat und die Demokratische Partei unterstützt.Daniel Stein, Professor für nordamerikanische Literatur- und Kulturgeschichte und Dekan der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität SiegenDie bevorstehende Hochzeit von Swift und Kelce ist auch deswegen so bedeutsam, weil es hier nicht nur um die öffentliche Feier eines amerikanischen Traumpaars geht. Sondern auch um eine weit über die Kultur und den Sport hinaus relevante Beziehung, wie US-Experte Stein erklärt: „Politisch ist diese Hochzeit auch deshalb von Bedeutung, weil Taylor Swift sich in der Vergangenheit kritisch über Donald Trump geäußert hat und die Demokratische Partei unterstützt.“ Das habe ihr einige abwertende und aggressive Kommentare seitens des Präsidenten eingebracht, aber ihrer Popularität keinen Abbruch getan.Travis Kelce halte sich zwar mit politischen Äußerungen zurück, „aber auch der American Football ist in den vergangenen Jahren nicht von politischer Polarisierung verschont geblieben, sodass auch hier Pop und Politik aufeinanderprallen“.In US-Medien wird jetzt darüber spekuliert, wie weit Taylor Swift mit einer großen Hochzeitsfeier am Wochenende rund um den 4. Juli US-Präsident Trump die Schau stehlen könnte. Der will das 250. Jubiläum der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten mit einer „Freedom 250“-Initiative begehen, deren zentrale Feierlichkeiten in Washington, D.C. stattfinden sollen.„Donald Trumps „America 250“-Auftritt könnte von seinem Superstar-Erzfeind in den Schatten gestellt werden“, schrieb ein Kommentator der Online-Zeitung „Huffpost“ am Donnerstag. Swifts mögliche Hochzeit könnte „sein großes Wochenende spektakulär in den Hintergrund drängen“.In sozialer Hinsicht sei das Ereignis ebenfalls interessant, sagt US-Experte Stein. Zum einen, weil sich die wirtschaftliche Situation für viele Menschen in den USA aufgrund der hohen Inflation in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert habe. „Da kann eine megateure Promi-Hochzeit auch als verschwenderisch und unsozial gesehen werden, wobei es auch möglich ist, dass die Swifties und Football-Fans das Event als willkommene Ablenkung von der insgesamt desaströsen politischen und sozialen Situation in den USA sehen.“Zudem kämen hier auch Gender-Fragen ins Spiel: „Taylor Swift ist sicherlich die reichere und erfolgreichere der beiden, was konservative Geschlechterverständnisse irritieren mag.“ Allerdings verkörpere Kelsc durch seinen Sport und sein Auftreten „ein gewisses Männlichkeitsideal, dem sich Swift zumindest in der öffentlichen Inszenierung nicht widersetzt“.
US-Experte zu Heiratsplänen von Taylor Swift und Travis Kelce: „Diese Hochzeit ist auch politisch bedeutsam“
Seit Monaten wird spekuliert, wann das Promi-Paar heiraten wird. Nun gibt es offenbar konkrete Planungen. Ein Experte erklärt die Bedeutung des Ereignisses für die politische Kultur der USA.









