Tui-Ferienflieger: Der Reisekonzern aus Hannover kritisiert den übermäßigen Liquiditätsentzug durch die Bundesregierung. Foto: TUIfly Die Bundesregierung feiert sich selbst als Wohltäterin der geplagten Reisebranche. Man komme der Tourismuswirtschaft entgegen und halbiere die Versicherungsprämien für den Deutschen Reiseversicherungsfonds (DRSF), verkündete Tourismuskoordinator Christoph Ploß am Donnerstag. Damit verbessere man die Rahmenbedingungen für die Branche Schritt für Schritt.Der Dank der Reiseveranstalter dürfte verhalten ausfallen. Nach der Insolvenz des Urlaubsriesen Thomas Cook, dessen Versicherungssumme die Kundengelder nur unzureichend absicherte, ließ die damalige Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) durch mehrere Branchenverbände wie den DRV eine Versicherung gründen. Die Aufsicht übernahm nicht wie üblich die Bafin, sondern das Justizministerium selbst.110Millionen Euroreichten dem Gesetzgeber jahrelang als Absicherung gegen Insolvenzfolgen im Pauschalreisegeschäft.Und diese langte per Gesetz kräftig zu. Weil Urlaubsanbieter wie Tui, Schauinsland oder Alltours bis zu neun Prozent ihres Jahresumsatzes zu hinterlegen hatten, der DRSF zudem eine Prämienzahlung von einem Prozent vom Umsatz verlangte, überstieg das Fondsvermögen die gesetzlich geforderte Gesamtabdeckung schon Ende November 2023. Ende August 2024 umfasste der Fonds ein Volumen von 1,33 Milliarden Euro, während für die Absicherung der angezahlten Pauschalreisen laut Gesetzgeber 1,15 Milliarden Euro gereicht hätten. Zum Vergleich: Bis 2019 hatte dem Gesetzgeber eine Absicherung von 110 Millionen Euro genügt.
Kommentar: Die angebliche Entlastung der Reisebranche ist eine Farce
Die Bundesregierung feiert sich selbst als Wohltäterin der geplagten Reisebranche. Der Dank der deutschen Veranstalter dürfte eher verhalten ausfallen.









