Der Volkswagen-Konzern gibt die Mehrheit an seiner Großmotoren-Tochter Everllence ab. Die Wolfsburger haben sich mit dem US-Finanzinvestor Bain Capital auf den Verkauf von 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen mit Sitz in Augsburg verständigt und hierzu eine exklusive Vereinbarung erzielt, wie Volkswagen mitteilte. Mit dem Verkauf setzt der Konzern seinen Kurs zur stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft fort.Volkswagen bringt die Transaktion einen Erlös von 7,4 Milliarden Euro. Über die Verwendung der Einnahmen werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, hieß es. Der Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Die fünf deutschen Standorte von Everllence, ehemals unter dem Firmennamen MAN Energy Solutions bekannt, sollen auch unter der neuen Eigentümerstruktur mindestens bis 2030 erhalten bleiben, wie es hieß. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien in diesem Zeitraum ausgeschlossen.Drei Bieter hätten Gebote für Everllence abgegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zusätzlich zu Bain und einem weiteren Finanzinvestor habe auch ein Konsortium um die schwedische Investmentgesellschaft EQT der Industriellenfamilie Wallenberg, das Golf-Emirat Katar und die Porsche SE als Holding der Volkswagen-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch für Everllence geboten. Alle drei Offerten hätten demnach „deutlich über neun Milliarden Euro“ gelegen, einige sogar nahe zehn Milliarden Euro.Bain habe dabei das niedrigste Angebot abgegeben, hieß es weiter. Offenbar aber macht der Investor die meisten Zusagen, im Zweifel mögliche Haftungsrisiken im Zusammenhang mit überhöhten Messwerten bei Schiffsmotoren zu übernehmen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Insider hatten in den vergangenen Wochen von einer Bewertung von rund 8,5 Milliarden Euro gesprochen.Bisher seien keine Verfahren gegen Everllence bekanntSeit 2024 gibt es in Japan Ermittlungen wegen falscher Verbrauchswerte bei Schiffsmotoren. Dabei geht es um Maschinen, die andere Hersteller auf Basis von Lizenzen gebaut haben. Das Unternehmen erklärte dazu, dass bislang keine Schadenersatzansprüche oder behördliche Verfahren gegen Everllence oder Mitarbeiter bekannt seien.Der Verkauf an Bain steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und weiterer Abschlussbedingungen. So muss etwa das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit den Arbeitnehmervertretungen in Frankreich noch abgewartet werden. Der VW-Konzern hofft auf sämtliche nötigen Genehmigungen bis Ende 2026.Volkswagen hatte bereits seit Längerem strategische Optionen für den Motorenbauer geprüft und mit zahlreichen Finanzinvestoren gesprochen. Das Unternehmen, das erst 2025 in Everllence umbenannt wurde, gehört nach eigenen Angaben mit etwa 16 000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 4,9 Milliarden Euro zu den weltweit führenden Herstellern von Großmotoren, Turbomaschinen und Groß-Wärmepumpen.
Volkswagen verkauft Mehrheit an Motorenhersteller Everllence
Volkswagen verkauft 51 Prozent seiner Tochter Everllence an Bain Capital und bleibt mit 49 Prozent beteiligt.












