Der wochenlange Bieterwettstreit um die Volkswagen-Dieselmotorentochter Everllence hat ein Ende. Der US-Finanzinvestor Bain Capital setzte sich letztlich im ​Rennen um die Mehrheit an dem Augsburger Unternehmen durch, wie Europas größter Autobauer in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. VW-Chef Oliver Blume (58) sagte, Everllence habe sich in den vergangenen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Mit ‌dem Verkauf könne sich Volkswagen nun noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Die beiden anderen Bieter haben damit das Nachsehen. Neben Bain hat sich auch der Finanzinvestor CVC sowie ein Konsortium um die schwedische EQT um Everllence bemüht, zu dem Insidern zufolge neben dem VW-Aktionär Katar auch die Holding der Volkswagen-Eigentümerfamilien Porsche und Piech gehörte.Volkswagen erlöst 7,4 Milliarden EuroBain übernimmt die knappe Mehrheit an Everllence. Volkswagen behält 49 Prozent der Anteile an der Dieselmotorentochter und erklärte, mittelfristig wichtiger Anteilseigner bleiben zu wollen. Finanziert wird der Kauf durch Schulden, die dem Unternehmen aufgelastet werden. Der Abschluss der Transaktion wird bis ​zum Jahresende angestrebt.

Den Erlös bezifferte Volkswagen auf 7,4 Milliarden Euro: Er setzt sich zusammen aus den Einnahmen durch den Verkauf des Anteils von 51 Prozent sowie der Neubewertung des ⁠Unternehmens im Rahmen der ⁠Transaktion und der erwarteten Verschuldung nach Abschluss der Leveraged-Buy-out Transaktion. Ende Mai hatte Volkswagen Everllence mit einer Bewertung von rund 3,4 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Insider hatten zuletzt den Wert des Unternehmens auf rund 8,5 Milliarden Euro beziffert.