Mordprozess : Berliner Palliativarzt gibt Tötung von zwölf Patienten zu25.06.2026, 11:19Lesezeit: 2 Min.Ein Mediziner steht im Verdacht, mindestens 15 Patienten ermordet zu haben. Knapp ein Jahr nach Prozessbeginn gesteht er nun einen großen Teil der Vorwürfe: „Ich übernehme Verantwortung für meine Taten.“Nach einem fast einjährigen Prozess hat der wegen Mordes in mehreren Fällen angeklagte Palliativarzt sein Schweigen gebrochen: Der 41-Jährige gab Tötungen zu. Er lasse sich weitestgehend geständig ein, erklärte der Angeklagte Johannes M. am 54. Verhandlungstag vor dem Landgericht Berlin.„Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären und übernehme die Verantwortung für meine Taten“, sagte der Angeklagte. „Ich entschuldige mich für das viele Leid, das ich über sie gebracht habe“, sagte er an Angehörige sowie seine Familie und Kollegen gerichtet.Der Deutsche steht seit Juli 2025 vor Gericht, weil er im Rahmen seiner Tätigkeit als Palliativarzt Patientinnen und Patienten im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 getötet haben soll. Er wurde Anfang August 2024 verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem promovierten Mediziner Mord aus Heimtücke und sonstigen niedrigen Beweggründen vor. In seiner gut 30-minütigen Erklärung räumte der Angeklagte zwölf der 15 angeklagten Taten ein.An den vorangegangenen Prozesstagen hatte M. von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch gemacht. Vor Gericht erklärte der Arzt, er äußere sich nicht wegen der „erdrückenden Beweise“, sondern wegen der Auseinandersetzung mit sich selbst in den vergangenen Monaten.„Ich weiß, dass ich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werde“Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten zu „Leid und Siechtum“ zu ersparen. „Nach jeder Tat dachte ich: Das muss aufhören“, sagte der Angeklagte. Er habe sich für sein Handeln gehasst. „Ich weiß, dass ich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werde. Vielleicht ist das ein Trost für die Angehörigen“, sagte er mit Blick auf Hinterbliebene, die im Prozess als Nebenkläger auftreten und im Gerichtssaal saßen.Der Palliativdienst, für den M. arbeitete, lehnte aktive Sterbehilfe ab. Zeugen hatten vor Gericht ausgesagt, dass M. die Haltung seines Teams als „Mist“ bezeichnete.Parallel laufen Ermittlungen zu weiteren FällenDie Behörde hat zunächst 15 Fälle im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 in Berlin angeklagt. In einigen Fällen soll der Arzt Brände gelegt haben, um die Taten zu vertuschen. Die Brände waren es, die M.s Chefin aufmerksam werden ließen. Sie meldete ihren Verdacht der Polizei und stieß so die Ermittlungen an.Parallel zu der Verhandlung vor dem Landgericht laufen die Ermittlungen zu derzeit 76 Fällen weiter, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt.
Berliner Palliativarzt gibt Tötung von Patienten zu
Ein Mediziner steht im Verdacht, mindestens 15 Patienten ermordet zu haben. Knapp ein Jahr nach Prozessbeginn gesteht er nun einen großen Teil der Vorwürfe: „Ich übernehme Verantwortung für meine Taten.“










