Mehr als die Hälfte der kinderlosen Personen zwischen 18 und 45 Jahren will keine Familie gründen. Die Gründe dafür sind vielfältig.25.06.2026, 09.30 Uhr4 LeseminutenDie Geburtenrate in der Schweiz sinkt seit Jahren. 2025 wurden laut Bundesamt für Statistik pro Frau 1,28 Kinder geboren.Gaëtan Bally / KeystoneWeltweit werden weniger Kinder geboren. Die Vereinten Nationen (Uno) schätzen, dass die Weltbevölkerung noch bis 2080 wachsen wird. Danach soll sie stagnieren und sogar leicht schrumpfen. In fast der Hälfte aller Länder werden laut der Uno weniger als 2,1 Kinder pro Frau geboren. Das bedeutet: Die Generation der Eltern wird nicht mehr vollständig ersetzt. Mit dieser demografischen Entwicklung dürften unter anderem Sozialversicherungen wie die Altersvorsorge in Zukunft unter Druck geraten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Schweiz ist dabei keine Ausnahme. Laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) ging die Geburtenrate in der Schweiz im vergangenen Jahr erneut zurück. Es ist bereits das vierte Mal in Folge. Durchschnittlich wurden laut dem BfS nur 1,28 Kinder pro Frau geboren.Frauen und Männer wollen gleichermassen KinderEine neue Studie des Versicherers Swiss Life hat sich mit der gesunkenen Geburtenrate und ihren möglichen Gründen beschäftigt. Das Marktforschungsinstitut Yougov hat im Auftrag von Swiss Life knapp 3200 Personen zwischen 18 und 60 Jahren nach ihrer Familienplanung befragt. Zusätzlich stützt sich die Studie auf Datensätze des Bundesamts für Statistik. Die Studie ist für die deutsch-, französisch- und italienischsprachige Bevölkerung der Schweiz repräsentativ.Die Studie zeigt: Fast die Hälfte der kinderlosen Frauen und Männer zwischen 18 und 45 Jahren wünscht sich Nachwuchs. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten will explizit kinderlos bleiben. Und auch ein Drittel der befragten Eltern will laut der Studie ein weiteres Kind. Für mehr als 60 Prozent der Personen mit Kinderwunsch sind zwei Kinder das Ideal.Männer äussern im Vergleich zu Frauen etwas häufiger einen Kinderwunsch. Trotzdem glauben 45 Prozent der Befragten, dass es eher die Frauen sind, die in einer Partnerschaft ein Kind wollen. Lediglich 5 Prozent denken, dass Männer diejenigen sind, die sich eher Kinder wünschen.Mütter leisten bis zu 65 Stunden unbezahlte ArbeitGerade Frauen spüren aber die Entscheidung zur Mutterschaft auch im Berufsleben. In der Studie verbinden sie Elternschaft weitaus häufiger als Männer mit schlechteren Berufsaussichten. Im Gegensatz zu kinderlosen Frauen verbringen Mütter im Alter von 25 bis 54 Jahren laut der Studie bis zu 16 Stunden pro Woche weniger mit bezahlter Arbeit. Dafür verrichten Frauen mit jungen Kindern bis zu 65 Stunden pro Woche unbezahlte Arbeit. Väter leisten bis zu 42 Stunden.Was die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern angeht, variieren die gesellschaftlichen Erwartungen je nach Geschlecht. Ein Drittel der Befragten glaubt, eine Mutter sollte zum Wohle des Kindes nicht Vollzeit arbeiten. Dass Väter Teilzeit arbeiten sollten, finden hingegen nur 16 Prozent der Befragten.Eine unbehagliche Welt?Der wichtigste Faktor bei der Entscheidung für oder gegen ein Kind ist laut der Studie die Qualität der Beziehung. Die Partnerschaft ist wichtiger als etwa Abwägungen zur finanziellen Situation oder zur Kinderbetreuung. Wie die Hausarbeit aufgeteilt wird, ist den Befragten bei der Entscheidung am wenigsten wichtig.Die Gründe, warum sich die Befragten gegen ein Kind – sei es das erste oder ein weiteres – entscheiden, sind vielfältig. Mehr als die Hälfte gibt in der Studie an, schlicht keinen Kinderwunsch zu verspüren. Am zweithäufigsten wird gesagt, die Familienplanung sei abgeschlossen. Dieser Grund wird vor allem von Personen genannt, die bereits Kinder haben. Für knapp 40 Prozent der Befragten ist die finanzielle Belastung zu gross. Etwas weniger als ein Drittel der Befragten gibt zudem Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Grund an.Weitere Gründe sind Unbehagen in Bezug auf die Weltlage und auch die «zeitliche Belastung», die Kinder mit sich bringen. Diese Antworten geben Personen ohne Kinder deutlich häufiger als Eltern.Personen ohne Kinder, die einen Kinderwunsch haben, fühlen sich oft entweder zu jung oder denken, ihnen fehle noch der richtige Partner dafür. Laut der Studie waren die Mütter bei der Geburt eines Kindes im Jahr 2025 durchschnittlich 32 und Väter 35 Jahre alt.Unfreiwillig kinderlosDie Kinderlosigkeit kann aber auch unfreiwillig sein. Bei den befragten Personen ab 46 Jahren ohne Kinder haben knapp 40 Prozent einen unerfüllten Kinderwunsch. Sie geben an, zum Zeitpunkt der Befragung gerne schon Kinder gehabt zu haben. Menschen zwischen 31 und 40 Jahren geben zudem häufiger als Jüngere an, dass gesundheitliche Probleme zu ihrer bisherigen Kinderlosigkeit beigetragen haben.Elternsein wird in der Studie unter anderem mit Freude, Lebensglück, Erfüllung und familiärer Geborgenheit assoziiert. Demgegenüber stehen aber auch Stress und finanzielle Verantwortung, die eine Familie mit Kindern mit sich bringt. Laut der Studie stimmen mehr als 60 Prozent der Aussage zu, dass auch ein Leben ohne Kinder genauso erfüllend sei wie eines mit Kindern.Passend zum Artikel