Als der Euro erfunden wurde, gab es zwei gegensätzliche Positionen. Die Anhänger der „Krönungstheorie“ vertraten die Ansicht, eine gemeinsame Währung sollte erst am Ende der europäischen Integration stehen. Insbesondere betrachteten sie es als einen Fehler, eine gemeinsame Währung für Länder ohne gemeinsame Haushaltspolitik zu schaffen. Die Anhänger der „Katalysatortheorie“ dagegen meinten, wenn man schnell eine gemeinsame Währung einführe, falle die übrige Integration leichter.Geblieben ist aus jenem Anfangsstreit die fortlaufende Herausforderung für die Europäische Währungsunion, die (wertvolle) Eigenständigkeit der Einzelstaaten und die (notwendige) Koordination der Haushaltspolitik unter einen Hut zu bringen. Eine Währungsunion setzt in gewisser Weise den Marktmechanismus außer Kraft, der sonst die Haushaltspolitik der Staaten über die für die Schulden zu zahlenden Zinsen diszipliniert.Im Euroraum setzte man als Ersatz auf regelgebundene Lösungen. Die haben den Nachteil, dass sich nicht immer alle daran halten, wenn die Sanktionen zu schwach sind. Dass das schiefgehen kann, zeigte die Eurokrise.Den größten Einfluss hat man noch, wenn man neue Länder aufnimmt. Nun rennen die Beitrittskandidaten der Eurozone im Moment nicht gerade die Bude ein. Trotzdem heißt es: Streng sein! Sorgfalt geht vor Tempo. Es ist nicht schlimm, wenn die Erweiterung der Währungsunion nach Bulgarien erst mal eine längere Pause macht.