Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) hat den Mutterschutz im Profifußball gestärkt. Das Gericht entschied, dass der italienische Klub Lazio Rom seiner ehemaligen Verteidigerin Maja Göthberg Schadensersatz zahlen muss. Dieser sei unrechtmäßig von einem Vertrag zurückgetreten, als die Schwedin ihre Schwangerschaft mitgeteilt hatte. Die Spielergewerkschaft Fifpro sprach von einem „wegweisenden“ Urteil. Göthberg habe ein Verfahren angestrengt, das „die künftige Anwendung von Schutzbestimmungen bei Schwangerschaften im Profifußball prägen könnte“.Göthberg spielte in der Saison 2023/24 für die Lazio und stieg mit dem Verein in die Serie A auf. Bei Verhandlungen im Sommer 2024 über einen neuen Vertrag fehlte nach einer mündlichen Einigung nur noch die Unterschrift der Mittelfeldspielerin. Dann erfuhr Göthberg von ihrer Schwangerschaft und informierte den Verein – ein Kontrakt kam nun nicht mehr zustande. Göthberg sah ihre Schwangerschaft als Grund dafür und klagte. Der Klub vertrat die Auffassung, dass kein Vertrag zustande gekommen sei.InstagramDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Der Cas stellte fest, dass bereits vor der Offenlegung der Schwangerschaft ein rechtsverbindlicher Arbeitsvertrag zustande gekommen war – auch ohne Unterschrift. Dafür müsse kein unterzeichneter oder registrierter Vertrag vorliegen. Das Gericht erklärte weiter: „Der Verein begann genau in dem Moment, als er von der Schwangerschaft der Spielerin erfuhr, die Gültigkeit des Vertrags zu bestreiten.“ Lazio muss Göthberg nun insgesamt 69 333 Euro zahlen.„Die Bedeutung dieses Urteils geht über Maja Göthberg hinaus und bestätigt, dass Klubs nicht einfach aus einem Arbeitsverhältnis aussteigen können, selbst wenn dieses nicht vollständig formalisiert ist, sobald sie erfahren, dass eine Spielerin schwanger ist“, sagte Fifpro-Rechtsdirektorin Alexandra Gomez Bruinewoud. Der Fall gilt als potenziell richtungsweisend für den Umgang mit Schwangerschaften im Profifußball und könnte laut Fifpro künftig maßgeblich beeinflussen, wie Schutzrechte für Spielerinnen umgesetzt werden.Die 28 Jahre alte Göthberg begrüßte das Urteil und erklärte, bei ihrem Verfahren sei es darum gegangen, „fair und respektvoll“ behandelt zu werden: „Das Urteil sendet eine Botschaft, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund angesehen werden sollte, einer Spielerin Arbeitsmöglichkeiten zu verweigern.“
Präzedenzfall Maja Göthberg: Sportgerichtshof stärkt Mutterschutz im Profifußball
Der Cas spricht einer Fußballerin erstmals Schadenersatz zu, deren Vertrag mit einem Klub aufgrund einer Schwangerschaft nicht zustande kam. Der Fall gilt als potenziell richtungsweisend.










