PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburgNach Angriff auf Fußball-Fans – Staatsschutz ermittelt gegen LinksextremistenStand: 19:11 UhrLesedauer: 2 MinutenQuelle: picture alliance/dpa/Caroline SeidelNach dem WM-Spiel Deutschland gegen Elfenbeinküste wird eine Gruppe um die Initiative „Gemeinsam Deutschland gestalten“ gezielt überfallen. Nun prüfen Ermittler, ob ein Instagram-Post den Angriff ausgelöst hat.Nach dem Angriff auf eine Gruppe mutmaßlich rechter Fußball-Fans durch mutmaßliche Linksextremisten hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Nach dem zweiten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste waren nach Polizeiangaben am vergangenen Samstag mutmaßliche Anhänger der Gruppierung „Gemeinsam Deutschland gestalten“ möglicherweise von 30 bis 40 Vermummten angegriffen worden. Lesen Sie auchDie Angreifer seien mit Messern, Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet gewesen, erklärten die Angegriffenen. Zwei Menschen waren bei dem Vorfall leicht durch Reizgas verletzt worden. Waffen wurden am Tatort nicht entdeckt. Die Angreifer, mutmaßlich Linksextremisten, hätten skandiert „Alerta, alerta, antifascista“ und „Nazi-Schweine“ und seien beim Eintreffen der Polizei geflüchtet. Der Vorfall ereignete sich an der Fuhlsbüttler Straße, das Spiel hatte die Gruppe zuvor in einer Bar in Barmbek verfolgt.Erste Ermittlungen hätten nun ergeben, dass die Gruppe „Gemeinsam Deutschland gestalten“ vor dem Spiel auf Instagram darüber informiert hatte, dass sie das Spiel schauen werde. „Es besteht der Verdacht, dass auf Basis des Posts gezielt die Auseinandersetzung gesucht wurde“, sagte ein Polizeisprecher. Die Gruppe „Gemeinsam Deutschland gestalten“ ist laut ihres Instagram-Auftritts unter anderem für mehr Nationalstolz und für konsequentere Abschiebungen sowie gegen das Gendern und „linkswoke“ Aktivisten. Die Gruppe hat Ableger in verschiedenen Städten, unter anderem auch in Hamburg.Lesen Sie auchKopf der Gruppe ist Benedict Doege, ein Kölner Lehramtsstudent und seit Juli 2025 Stadtbezirksvorsitzender der Jungen Union Köln-Lindenthal. Bundesweit bekannt wurde der Mittzwanziger durch sein Projekt „GegendasGendern“, das er nach eigener Darstellung 2021 „aus Frust über die woke Politik und den erzwungenen Zeitgeist“ ins Leben gerufen hat. Der dazugehörige Instagram-Kanal hat inzwischen weit über 100.000 Follower. Online-Shop mit „patriotischer Kollektion“Daneben betreibt Doege einen Online-Shop mit „patriotischer Kollektion“, bestehend aus T-Shirts, Aufklebern, Fahnen mit Slogans wie „Pro Patria“ oder „Smash Ideology“. Seit Mai 2025 betreibt er zudem den wöchentlichen Video-Podcast „Stolz & Vorurteile“, in dem er konservative bis rechtspopulistische Reizthemen aufgreift. Lesen Sie auchBundesweite Schlagzeilen löste Doege am 3. Oktober 2025 mit einer „patriotischen Wanderung“ zum Hermannsdenkmal bei Detmold aus, an der rund 150 bis 200 Personen teilnahmen. Das NRW-Innenministerium identifizierte unter den Teilnehmern eigenen Angaben zufolge auch Rechtsextremisten aus dem Umfeld der „Aktion Hermannsland“ und der „Freischar Westfalen“, woraufhin sich der Kölner CDU-Kreisverband um Vorsitzende Serap Güler öffentlich distanzierte. Doege selbst weist eine Nähe zum Rechtsextremismus zurück und betont, weder Parteisymbolik noch extremistische Symbole geduldet zu haben. Gegen die Berichterstattung des WDR-Magazins „Westpol“ geht er juristisch vor und sammelt dafür auf GoFundMe Spenden.dfe, dpa