PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEntwicklungshilfeAuf Altkanzler Olaf Scholz wartet eine neue AufgabeStand: 18:02 UhrLesedauer: 2 MinutenAltkanzler Olaf Scholz (68)Quelle: Kay Nietfeld/dpaIm Koalitionsvertrag wurde es vereinbart: Eine Kommission soll die deutsche Entwicklungshilfe neu aufstellen. Hintergrund sind auch neue Sparvorgaben. Chef der Kommission wird Altkanzler Olaf Scholz.Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) übernimmt ein neues Amt: Scholz soll die neue Kommission zur Weiterentwicklung der deutschen Entwicklungspolitik leiten, deren Einsetzung das Bundeskabinett in seiner Sitzung am Mittwoch in Berlin beschloss. Scholz soll gemeinsam mit der früheren Präsidentin des mittelamerikanischen Staats Costa Rica, Laura Chinchilla, an der Spitze der Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission stehen, die bis Ende 2028 einen Bericht mit Empfehlungen zur künftigen Ausrichtung der deutschen Entwicklungshilfe vorlegen soll.Mit Scholz und Chinchilla könnten „zwei weltweit hochgeschätzte und multilateral erfahrene Co-Vorsitzende für diese Aufgabe eingesetzt werden“, erklärte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss. Die Einsetzung der Kommission ist eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag. Ihr Ziel ist es, ein „neues globales Netzwerk“ für die deutsche Entwicklungspolitik zu erarbeiten.Beide werden dafür kein zusätzliches Gehalt erhalten. Auf WELT-Nachfrage hieß es: „Scholz und Chinchilla werden die Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission als Ehrenämter leiten. Weder die Kommissionsmitglieder noch die Co-Chairs erhalten ein Gehalt oder eine Aufwandsentschädigung“, so ein Sprecher des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.Lesen Sie auchHintergrund für die Kommission ist der Wunsch, angesichts aktueller Entwicklungen in der Weltpolitik und steigender Haushaltszwänge ein neues Konzept für die deutsche Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern auszuarbeiten. Die Kommission soll Empfehlungen für eine neue entwicklungspolitische Kooperation zwischen globalem Norden und globalem Süden erarbeiten. Dazu zählen Vorschläge für neue Partnerschaftsmodelle und Impulse für die Zukunft der deutschen Entwicklungspolitik.„Die globale Ordnung verschiebt sich“Die Kommission soll nach Angaben des Entwicklungshilfeministeriums unabhängig arbeiten und mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Privatwirtschaft, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen aus dem Globalen Süden und Globalen Norden besetzt werden. Die Kommission soll aus rund 20 Mitgliedern bestehen.Lesen Sie auch„Die globale Ordnung verschiebt sich – hin zu mehr multipolaren Machtzentren“, erklärte Entwicklungsministerin Alabali-Radovan. „Wenn Deutschland auch in Zukunft global mitgestalten will, brauchen wir stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens.“ Ziel der Nord-Süd-Kommission sei es, „unsere partnerschaftlichen Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens weiter zu intensivieren und ein globales Netzwerk auszubauen und zu stärken“.Lesen Sie auchDie neue Kommission hat ein historisches Vorbild: Von 1977 bis 1983 leitete der frühere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) eine Nord-Süd-Kommission, welche die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens analysieren sollte. Die sogenannte Brandt-Kommission erarbeitete zwei viel beachtete Berichte. „An dieses Erbe knüpft die neue Nord-Süd-Kommission bewusst an, auch wenn sich die globalen Rahmenbedingungen inzwischen grundlegend verändert haben“, erklärte nun das Entwicklungshilfeministerium.dpa/coh