Wer kennt sie nicht, die Stelzenfestspiele bei Reuth, im Dreiländereck zwischen Thüringen, Bayern und Sachsen. Mit großformatigen Klang- und Musikprojekten, zum Beispiel der Gülle-Orgel (dazu vielleicht ein andermal), haben sich die Macher einen Ruf erarbeitet, der über die Region hinausschallt.

Bei der jetzt beginnenden 33. Ausgabe gibt es nun etwas mit den Ohren zu hören, das man bisher nur mit dem Herzen vernehmen konnte: Im Zentrum dieses Experiments steht Käthe, eine Kuh mit Kappe und KI-Anschluss. Jeder, der schon mal einen tiefen Blick in feuchte schwarze Kuhaugen geworfen hat und darüber alle Sorgen und Krisen vergaß, hat den tiefen, artenübergreifenden Kontakt zwischen Mensch und Rind erlebt und das Wesen des Daseins emotional erfasst. Leider konnte man es hinterher nicht verbalisieren und auf einen Zettel schreiben, um sich bei Gelegenheit daran zu erinnern.

Ausstellung

Gekrault, geschlagen und beladen: Eine Ausstellung im Neuen Museum über den Esel in der antiken Welt

Jetzt wird Käthe zum Sprechen gebracht und in die Lage versetzt, unter Einsatz ihrer unbestrittenen Weisheit auf die Fragen, die man ihr stellt, einzugehen. Dazu hat man neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Tierverhaltensforschung in ein Sprachmodell eingespeist. Sensoren messen die Aktivitäten der Hirnströme, die, „geleitet von der KI“, in Worte übersetzt werden. So entfalte sich laut Ankündigung „ein magischer, telepathischer Dialog“.