Seit viereinhalb Jahren ist Angela Merkel, 71, keine Bundeskanzlerin mehr. Nun soll ihr Porträt bald endlich in der Ahnengalerie des Kanzleramts hängen. Die Altkanzlerin hadert noch mit dem Gedanken. »Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird«, sagte die 71-Jährige der Wochenzeitung »Die Zeit« . Sie versuche aber, es mit Gleichmut zu nehmen: »Da häng ich dann eben.«Die lange Wartezeit ist nicht ungewöhnlich. Helmut Schmidts Porträt wurde 1986 fertiggestellt, vier Jahre nach dem Ende seiner Kanzlerschaft. Bei Helmut Kohl dauerte es nach seiner Abwahl fünf Jahre, bis sein Porträt ins Kanzleramt gehängt wurde.Merkel stand dem Bericht der »Zeit« zufolge monatelang Modell für das Gemälde des bisher eher unbekannten Künstlers Jérémie Queyras. Der 28-Jährige habe seit dem Sommer vergangenen Jahres immer wieder die ehemalige Bundeskanzlerin getroffen und diese in einem eigens dafür eingerichteten Atelier in Berlin porträtiert.

Entschluss im Juni 2025Wie Merkel der »Zeit« sagte, hatte sich Queyras 2022 informell bei ihr beworben, das Porträt malen zu dürfen. Erst im Juni 2025, nach einer ersten Begegnung, habe sie sich für den Maler entschieden. Queyras wuchs dem Bericht zufolge in Freiburg auf, studierte Kunst in London und Paris und ist für den Porträt-Auftrag nach Berlin gezogen.