Beleidigungen, Diskriminierung, aber auch körperliche Gewalt: Das Netzwerk CLAIM hat für das Jahr 2025 4096 antimuslimische Vorfälle dokumentiert. Darunter waren laut dem aktuellen Lagebild 214 Körperverletzungen. CLAIM steht für Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit. Das Bündnis vernetzt zivilgesellschaftliche Akteure, dokumentiert bundesweit antimuslimische Übergriffe und Diskriminierungen und qualifiziert Beratungs- und Meldestellen.

Das Lagebild ist nicht repräsentativ. Es basiert auf Meldungen von Beratungs- und Meldestellen sowie communitybasierten Initiativen aus 15 Bundesländern. Hinzu kommen beispielsweise bundesweite Fallzahlen der politisch motivierten Kriminalität, sowie Vorfälle aus Polizeipressemitteilungen und Medienberichten.CLAIM geht von einem hohen Dunkelfeld aus. Insbesondere im schulischen Kontext, aber auch im Kontakt mit Behörden oder der Polizei bestünden »hohe Meldehürden« für Betroffene.

Angst vor RepressionenWas Diskriminierung, Beleidigung oder Volksverhetzung angeht, sei ein gewisser Gewöhnungseffekt zu beobachten. So heißt es in dem bundesweiten Lagebild: »Gleichzeitig zeigt sich, dass alltägliche Formen von Rassismus zunehmend seltener gemeldet werden, da wiederholte Diskriminierungserfahrungen häufig zu einer schleichenden Normalisierung führen.« Das bedeute aber nicht, dass die Betroffenen keinen Leidensdruck verspürten, vielmehr beeinträchtigten diese Erfahrungen nachhaltig ihre Lebensqualität und ihr Sicherheitsgefühl.