Es war Sommer, doch die Frau trug einen Wintermantel und Stiefel. Lydia Staltner hatte sie das erste Mal vor mehr als zwei Jahrzehnten bemerkt, vor ihrer Wohnung am Mariahilfplatz im Münchner Stadtteil Au. Eine alte Frau, gebückt, mit Gehwagen, und das bei 35 Grad. „Ich habe sie zwei Jahre beobachtet“, sagt Staltner. „Richtig gewartet, dass sie wiederkommt.“ Irgendwann fragte sie sich, warum die Frau immer dieselben Sachen trug. Dann wurde ihr klar: „Die hat nichts anderes zum Anziehen.“
Altersarmut in München: Wenn 43 Jahre Arbeit nicht zur Rente reichen
Altersarmut trifft Menschen, die mitunter ein Leben lang geschuftet haben. Der Münchner Verein Lichtblick hilft dort, wo der Staat aufhört.








