Haustiere sind ihren Besitzern wichtig. Es kann doch ganz unterhaltsam sein, sich eine halbe Kaffeelänge lang die Bilder der Tiere anzuschauen. Getty Images In Kaffeepausen im Büro zeigen Kollegen ungefragt Fotos ihrer Haustiere auf dem Smartphone herum – oft in einer Ausführlichkeit, wie man es sonst nur von frischgebackenen Eltern kennt. Darf man das abwürgen? – Steven T., ZürichLieber Steven, in solchen Situationen geht es weniger um die Themen als um den Raum, den man anderen geben möchte. Es ist egal, ob es sich um Kinder, Katzen oder die selbstgebackene Torte handelt. In einer zunehmend kinderarmen Gesellschaft haben Menschen immer noch Gefühle wie Stolz und den Wunsch, gesehen zu werden, und das kann man als Kollege auch anerkennen. Gerade Haustiere haben denselben Status wie ein sozialversicherungspflichtiges Familienmitglied, und es lohnt sich, auch die­­ser Beziehung Respekt entgegenzubringen.Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie dem Kollegen geben möchten, niemand muss sich vollquatschen lassen. Stellen Sie ein paar Nachfragen und moderieren Sie das Ganze dann wieder ab. Sehen Sie es als mentale Übung. Affen lausen sich auch nicht gegenseitig aus Spass, sondern weil sie gelegentlich selbst Bedarf haben. Irgendwann erzählen Sie auch von Ihrem Hobby und freuen sich, wenn das Gegenüber nicht die Augen rollt, sondern ein paar Nachfragen stellt, den Kaffee austrinkt und mit Ihnen zurück zum Platz geht.Welches stilistische oder zwischenmenschliche Dilemma beschäftigt Sie, liebe Leserin, lieber Leser? Wir freuen uns über Ihre Zuschrift: [email protected] Namen können geändert oder anonymisiert werden. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.