PfadnavigationHomePanoramaHerbert Grönemeyer„Frau Merkel schwieg, außer ,Wir schaffen das‘, dann wieder Schweigen“Stand: 10:50 UhrLesedauer: 3 MinutenSänger Herbert Grönemeyer bei der Verleihung des Deutschen Nationalpreises Quelle: Christoph Soeder/dpaDer Musiker Herbert Grönemeyer hat bei der Verleihung des Deutschen Nationalpreises die Politik für mangelnde Kommunikation kritisiert und mehr gesellschaftliches Engagement gefordert. Der Musiker wurde für seinen Einsatz für Demokratie und Zusammenhalt ausgezeichnet.Sänger Herbert Grönemeyer (70) hat die Politik für ihre aus seiner Sicht mangelhafte Kommunikation scharf kritisiert und zugleich die Menschen zu mehr gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Anlass war die Verleihung des Deutschen Nationalpreises in Berlin, mit dem die Deutsche Nationalstiftung den Musiker für seinen Einsatz für eine demokratische Gesellschaft auszeichnete.In den vergangenen 20 Jahren sei vonseiten der Politik mit der Bevölkerung „nicht und über nichts gesprochen worden“, sagte Grönemeyer in seiner Dankesrede. „Frau Merkel schwieg, außer dem: ,Wir schaffen das‘, dann wieder Schweigen. Herr Scholz kopierte den Stil, setzte noch einen darauf, sprach kurz von der ,Zeitenwende‘ und verfiel dann wieder ins Stumme“, führte er aus. „Und jetzt läuft es sprachtechnisch auch eher noch lückenhaft und holprig. Die jetzige Koalition scheint eher die Ampel in ihrem öffentlichen Gezerre und Gezeter nachzuahmen, anstatt als Regierung zu Kompromissen und klaren weiterführenden Ergebnissen und Entschlüssen zu kommen und zu regieren.“Lesen Sie auchGrönemeyer zog einen Vergleich zum Fußball. In der deutschen Nationalmannschaft spielten im Mittelfeld Felix Nmecha von Borussia Dortmund und Aleksandar Pavlović vom FC Bayern München, die in der Bundesliga hart konkurrierten. „Aber sie kebbeln sich nicht im Mittelkreis, sondern suchen gemeinsam den direkten Weg zum Tor. So geht das. Wir wollen Taten und kein Getratsche.“Der Musiker nutzte seine Rede zugleich für einen Appell an die Gesellschaft. Die Zivilgesellschaft brauche nicht unbedingt „eine Mutti oder einen Vati. Wir haben uns selbst“. Jetzt seien die Bürger gefragt, selbst aktiv zu werden. Grönemeyer plädierte zudem für einen optimistischen Blick in die Zukunft. „Wir sind prallvoll mit demokratischen, humanistischen Elementen in uns.“ Daran gelte es sich zu erinnern, „wie 2015, als die Menschen in ganz Deutschland den Geflüchteten in Notlagen entgegengegangen sind, sie aufgenommen haben und sich um sie gekümmert haben“.Lesen Sie auch„Ich bin ein knackiger, mittelalter, weißhaariger, 70-jähriger Mann aus der Boomer-Generation. Ich trage eine große Verantwortung für die mir folgenden Generationen, und die trage ich gern“, sagte Grönemeyer.Lesen Sie auchDer ehemalige Bundesminister Sigmar Gabriel würdigte den Musiker bei der Preisverleihung als Künstler, der sich immer wieder zu gesellschaftlichen Fragen geäußert habe. Bereits früh habe Grönemeyer in seinen Liedern Themen wie die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, die Situation von Zuwanderern oder rechte Gewalt aufgegriffen.Mit dem Deutschen Nationalpreis ehrt die Deutsche Nationalstiftung seit 1997 Personen und Organisationen, die sich für eine demokratische Gesellschaft engagieren. Die Stiftung wurde 1993 vom früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt und Weggefährten gegründet. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Der Förderpreis ging in diesem Jahr an das Projekt „Rhapsody in School“.dpa/kna/jra
Herbert Grönemeyer kritisiert Merz-Regierung: „Wir brauchen Taten, nicht Getratsche“ - WELT
Herbert Grönemeyer hat bei der Verleihung des Deutschen Nationalpreises die Politik für mangelnde Kommunikation kritisiert und mehr gesellschaftliches Engagement gefordert. Der Musiker wurde für seinen Einsatz für Demokratie und Zusammenhalt ausgezeichnet.






