Englands Offensive um Harry Kane ist an Ghanas Abwehr-Bollwerk verzweifelt und hat bei der Fußball-WM einen Dämpfer kassiert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel kam gegen die Afrikaner nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste die vorzeitige Qualifikation für die K.-o.-Runde. Die Three Lions bleiben zwar Tabellenführer der Gruppe L, doch der Auftritt bremst die Hoffnung der Fans auf den zweiten WM-Stern der Verbandsgeschichte.Die besten Chancen vergaben Nico O'Reilly mit einem Kopfball an die Latte und Kane mit dem Nachschuss in der 86. Minute. Vor 63 983 Zuschauern in Boston verpasste der Bayern-Torjäger die Chance, sich zum alleinigen WM-Rekordtorschützen Englands zu krönen. So muss er sich die Zehn-Tore-Bestmarke weiterhin mit Gary Lineker teilen.„Harry macht den normalerweise rein. Wenn du kein Tor schießt (...), wenn die so tief stehen, dann wird es einfach verdammt schwer“, sagte Tuchel. „Es waren Chancen da, aber leider konnten wir uns nicht belohnen.“ Man habe auch „höllisch aufpassen“ müssen bei den Angriffen des Gegners.Kane haderte nicht lange mit seiner verpassten Chance. „Solche Spiele gibt es“, sagte Englands Kapitän: „Ich habe darauf gewartet, dass mir so eine Gelegenheit zufällt, aber ich kam nicht richtig über den Ball. So ist das eben. Ich bin lange genug Stürmer, um zu wissen, dass sie nicht immer reingehen.“Ronaldos zweiter Auftritt mit Portugal:Sechste WM, zum sechsten Mal TorschützeNach dem ersten WM-Spiel wurde Portugals Bekanntheit noch gescholten. Beim 5:0 gegen Usbekistan zeigt Cristiano Ronaldo sich voller Trotz, erzielt zwei Treffer und stellt historische Rekorde auf.Bei Ghana stand Rückkehrer Thomas Partey im Fokus. Der Mittelfeldspieler vom FC Villarreal hatte wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn nicht nach Kanada einreisen dürfen, wo das 1:0 gegen Panama in Toronto ausgetragen wurde. Schon als sein Name bei der Aufstellung verlesen wurde, waren erste Buhrufe aus dem Publikum zu vernehmen.Der 22 Jahre alte Jude Bellingham avancierte zum jüngsten Spieler mit 50 Länderspieleinsätzen für England. Doch angesichts des enttäuschenden Auftritts der Engländer geriet dieser Meilenstein schnell in den Hintergrund. Am letzten Spieltag der Gruppenphase ist England klarer Favorit gegen Panama. Ghana trifft auf Kroatien. Auch die Afrikaner haben weiter gute Aussichten, sich für das Sechzehntelfinale zu qualifizieren.Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA:Spielplan der Fußball-WM 2026: Alle Gruppen, Spiele und TermineBei der Fußball-WM 2026 läuft die K.-o.-Runde. Deutschland scheidet im Sechzehntelfinale aus. Der Spielplan mit allen Spielen, Terminen und Gruppen.Ein Spiel mit wenig Tempo und Ideen, in dem England zu wenig tutDas Spiel bot so gut wie keine Highlights. Zweimal wurde es in den ersten 60 Minuten laut: Einmal, als die Fans ihren Unmut über die Trinkpause äußerten. Und einmal, als David Beckham eingeblendet wurde. Ghana verteidigte und machte es Englands Offensive schwer. Beide Torhüter waren lange Zeit quasi beschäftigungslos.Mitte der zweiten Halbzeit startete England zwar mal wieder eine Drangphase, doch entweder die Schüsse von Noni Madueke und Anthony Gordon waren abermals zu unplatziert oder Kanes Kopfball flog weit über die Latte. Statt Treffer prägten viele ruppige Zweikämpfe die Partie.Ghanas Trainer Carlos Queiroz übte derweil nach einer strittigen Szene scharfe Kritik am Videoassistenten. Der VAR habe sich „einen Kaffee geholt, was ja normal ist. Aber das war ein klarer Elfmeter und eine Rote Karte“, schimpfte Queiroz über ein vermeintliches Foul an seinem Angreifer Prince Adu in der Schlussphase. Zum Unmut von Queiroz wurde Schiedsrichter Hector Said Martinez aus Honduras vom Videoassistenten nicht gebeten, sich die Szene nochmal anzuschauen.Was war passiert? Adu sprintete in der 79. Minute mit dem Ball auf das englische Tor zu und wurde kurz vor dem Abschluss vom grätschenden Verteidiger Ezri Konsa gestört. Der Engländer traf bei seiner Aktion nicht den Ball. Martinez ließ aber weiterlaufen. Queiroz war trotz der Aufregung zu Scherzen aufgelegt. „Man muss einen hohen Preis zahlen, um Punkte zu bekommen. Wahrscheinlich, weil wir in den Vereinigten Staaten sind, wo alles teuer ist“, sagte der 73-Jährige.
WM 2026: Ghana verdirbt England den Spaß - und Harry Kane vergibt Großchance
Kane vergibt seine einzige Chance, Tuchels Wechsel verpuffen: England liefert im zweiten Gruppenspiel einen enttäuschenden Auftritt. Ghanas Defensivtaktik geht voll auf.













