Die aktuelle Rekordhitzewelle in Frankreich und Teilen Westeuropas wurde durch den menschengemachten Klimawandel signifikant intensiviert und bringt Temperaturen, die deshalb um 2 bis 4 Grad wärmer sind. Das ist das Ergebnis einer Analyse des europäischen Forschungsprojekts ClimaMeter, das den Einfluss des Klimawandels auf aktuelle Wetterlagen untersucht. Darin heißt es, dass die atmosphärische Zirkulation, die der Hitzewelle zugrunde liege, nicht beispiellos sei, vergleichbare Muster kenne man aus der Geschichte: „Aber sie spielen sich jetzt in einem deutlich wärmeren Klima ab, was zu wesentlich höheren Temperaturen führt.“ Das Forschungsteam weist darauf hin, dass Westeuropa extreme Hitzeereignisse häufiger erlebt als in Klimamodellen vorhergesagt.

Grenzen der Anpassbarkeit rücken näher

Die Wetterlage, die dieser Hitzewelle zugrunde liegt, sei nichts Außergewöhnliches, erklärt Davide Faranda vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) aus Frankreich. Außergewöhnlich sei aber, dass der Klimawandel die Temperaturen in Teilen Westeuropas um bis zu 4 °C erhöht hat: „Wir nähern uns nun den Grenzen dessen, woran sich viele Gesellschaften und Ökosysteme anpassen können.“ Wenn solche Temperaturen in den kommenden Jahrzehnten normal werden, würden weitreichende Folgen „unvermeidbar“. Die gute Nachricht sei aber, dass wir noch immer handeln könnten. Schnelle Reduzierungen der Treibhausgasemissionen könnten dafür sorgen, dass die Extreme von heute zu durchschnittlichen Sommern würden.