«Es hat eine Normalisierung der Exzesse stattgefunden», sagt der Chef von Ethos zu den Löhnen von Schweizer TopmanagernKonzernchefs von SMI-Unternehmen haben letztes Jahr im Durchschnitt 8,4 Millionen Franken verdient. Das ist europäischer Spitzenwert, doch im Vergleich zu den USA bescheiden.23.06.2026, 16.51 Uhr3 LeseminutenDie Chefs von Schweizer Bluechip-Konzernen haben 2025 trotz boomenden Börsen nur wenig mehr erhalten als im Vorjahr.Annick Ramp / NZZCEO von Schweizer Grosskonzernen müssen ihr Gehalt nicht verstecken. Im vergangenen Jahr bekamen sie eine Vergütung von durchschnittlich rund 8,4 Millionen Franken. Damit verdienten die Chefs von Firmen aus dem Leitindex SMI, der die 20 grössten Konzerne umfasst, weltweit am meisten hinter den Konzernchefs aus den USA, Kanada und Grossbritannien.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wie im Vorjahr war 2025 Flemming Ornskov, der Chef des Dermatologie-Spezialisten Galderma, der bestbezahlte Schweizer CEO. Seine Gesamtvergütung belief sich auf 17,5 Millionen Franken. Gefolgt wird er von den Chefs von Partners Group, Novartis und UBS.In keinem EU-Land sind die Gehälter der Konzernchefs so hoch wie in der Schweiz. Zu diesem Schluss kommt eine jährliche Auswertung der Aktionärsberatung Ethos. Die Genfer vertreten die Interessen institutioneller Investoren wie Pensionskassen an den Generalversammlungen kotierter Schweizer Unternehmen.Die Schweizer Gehälter sind hoch, doch an jene amerikanischer CEO kommen die Schweizer bei weitem nicht heran. Rund 23,7 Millionen Franken erhielten die Konzernchefs der 251 grössten US-Unternehmen vergangenes Jahr im Durchschnitt. Sogar Gehälter von über 100 Millionen Dollar wie für die Chefs der Chip-Firma Broadcom, der Investmentbank Goldman Sachs oder der IT-Firma Snowflake waren möglich.Aus Risikosicht problematischTrotz eines guten Börsenjahrs - der SMI stieg 2025 um fast 15 Prozent - erhöhten sich die Gehälter der Konzernchefs nur um knapp zwei Prozent. Rund neun Prozent mehr oder im Schnitt 4,7 Millionen Franken gab es für die Chefs mittelgrosser Unternehmen aus dem Index SMIM. Dabei handelt es sich aber lediglich um die zugeteilte Vergütung, zum damaligen Marktwert. Wie viel ein CEO Jahre später tatsächlich als Lohn realisiert hat, hängt von der Wertentwicklung der Aktien ab.Denn die obersten Manager kotierter Unternehmen erhalten ein Mehrfaches ihres Grundgehalts in Aktien. Diese sind Teil ihrer variablen Vergütung (Bonus) und zunächst gesperrt. Die Auszahlung ist meist von der Erreichung von Leistungszielen abhängig. Diese tatsächlich realisierte, also überwiesene Vergütung an ihre Manager weisen die Unternehmen oft nicht aus.Dass die Anreize der CEO mit den Interessen der Aktionäre abgestimmt sind, ist sinnvoll. Doch gemäss Vincent Kaufmann, Direktor von Ethos, ist eine variable Vergütung, die das Mehrfache des Grundsalärs ausmache, aus Risikosicht problematisch. «CEO könnten dann Entscheide im eigenen Interesse treffen», sagt er.Zudem scheint die moderate Lohnerhöhung für die SMI-Chefs in 2025 eine Ausnahme gewesen zu sein. Seit der Pandemie, über fünf Jahre, sind die Schweizer CEO-Löhne um fast 29 Prozent gestiegen. Sieben CEO aus dem SMI verdienen mittlerweile mehr als zehn Millionen Franken. Galderma, der Arbeitgeber von Topverdiener Ornskov, ist nicht einmal Mitglied des SMI.Resignation bei PrivatanlegernDoch die hohen Gehälter lösen kaum mehr Kontroversen aus. Empörung über «Abzocker»-Löhne, wie sie 2013 in der Annahme der Minder-Initiative mündeten, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Die Aktionäre haben sich an Gehälter von 10 Millionen Franken gewohnt, stellt Kaufmann fest. «Es hat eine Normalisierung der Exzesse stattgefunden».Bei den Privatanlegern sei zudem eine gewisse «Resignation» festzustellen, zumal sie mit ihren geringen Stimmgewicht an den Generalversammlungen kaum etwas ausrichten können. Diese erinnern oft an sowjetische Verhältnisse: Die Aktionäre nehmen Traktanden mit einer Zustimmungsquoten von 95 Prozent an. Auch die Vergütungsberichte kommen auf einen Zustimmungswert von 87,5 Prozent. Nur jener der Industriegruppe SIG wurde deutlich abgelehnt.Ausschlaggebend sind die Stimmen der institutionellen Investoren, mit denen sich die Unternehmen regelmässig austauschen. So stellen sie sicher, dass deutliche Mehrheiten zustandekommen. Im Zweifelsfall zieht der Verwaltungsrat ein Traktandum zurück.Pay for Performance?Im Vergleich zu den US-Lohnpaketen sind die Schweizer Spitzengehälter gemässigt. Niraj Shah, Mitgründer und CEO des amerikanischen Onlinehändlers Wayfair, hat für 2025 eine Aktienzuteilung in Höhe von 280 Millionen Dollar erhalten. Obwohl das Unternehmen seit der Pandemie kaum profitabel arbeitet. Und das potenzielle Lohnpaket von Elon Musk im Gegenwert von 1000 Milliarden Dollar, das ihm bei Tesla zugesprochen wurde, sprengt alle bisher bekannten Grenzen der Manager-Vergütung.Doch auch bei den Schweizer CEO-Gehältern gibt es bemerkenswerte Entwicklungen. So hat David Layton, Chef der Private-Equity-Firma Partners Group, 2025 mehr verdient, obwohl die Aktien stetig verlieren. Im vergangenen Jahr gehörten sie zu den drei schlechtesten im SMI. Gemäss Ethos stieg Laytons Vergütung aber von 16 Millionen Franken in 2024 auf 16,9 Millionen. Ebenfalls sonderbar ist das Gehalt von drei Millionen Franken für André Kudelski. Seine IT-Sicherheitsfirma ist seit Jahren in der Krise und an der Börse nur 120 Millionen Franken wert.Passend zum Artikel
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Konzernchefs von SMI-Unternehmen haben letztes Jahr im Durchschnitt 8,4 Millionen Franken verdient. Das ist europäischer Spitzenwert, doch im Vergleich zu den USA bescheiden.







