Isländische Walfänger haben wieder Wale getötet, nachdem die Jagd vorübergehend ausgesetzt wurde. Wie der Sender RUV berichtete, handelt es sich bei den zwei Finnwalen um die ersten in Island getöteten Wale seit 2023. Daniel Jonsson vom Walfangunternehmen Hvalur sagte dem Sender, die Meeressäuger seien am Sonntagabend »erfolgreich« erlegt worden und würden nun an Land gebracht. Von Tierschützern kam scharfe Kritik.
Island ist eines der wenigen Länder, in denen Wale noch gejagt werden dürfen. Für dieses Jahr gab das zuständige isländische Forschungsinstitut eine Fangquote von 150 Finn- sowie 168 Zwergwalen aus.Das Thema Walfang ist umstritten: Vor einigen Jahren hatte die damalige Lebensmittel- und Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir den Walfang aus Tierschutzgründen kurz vor dem Auslaufen der ersten Schiffe gestoppt. Ein dauerhaftes Ende, wie es sich Walschützer erhofft hatten, setzte der Schritt nicht. In dieser Saison nahm Hvalur, das eines von zwei verbliebenen Walfangunternehmen in Island ist, den Walfang wieder auf. Zwei Walfangschiffe legten am Freitagabend vom Hafen der Hauptstadt Reykjavík ab.
Tierschützer sehen Waljagd im Abwärtstrend»Diese Jagd ist wirtschaftlich längst unrentabel und politisch nicht mehr zu rechtfertigen«, sagte Pro-Wildlife-Meeresschutzexpertin Mona Schweizer. Sie sprach von einem Trend zur Abkehr von der Waljagd, der sich nicht mehr aufhalten lasse. Die isländische Gesellschaft wende sich vom Walfang ab, der einstige Abnehmer Japan verliere zudem als Absatzmarkt an Bedeutung. Pro Wildlife fordert ein Ende des kommerziellen Walfangs und verweist darauf, dass die aktuelle Regierung in Reykjavík ein Walfangverbot für den Herbst dieses Jahres angekündigt habe.










