Es gibt Turniere, in denen sich Rekorde leise verabschieden. Und es gibt Turniere, in denen sie regelrecht pulverisiert werden. Diese aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft gehört bislang zur zweiten Kategorie. Lionel Messi hat nach zwei Spielen bereits fünf Tore erzielt, Kylian Mbappé steht bei vier Treffern, Erling Haaland ebenfalls. Harry Kane hat im Auftaktspiel gegen Kroatien doppelt getroffen und kündigt bereits an, dass es damit nicht getan sein soll. Dienstagabend gegen Ghana könnte der nächste Schritt folgen.Es ist ein Tempo, das nicht nur Statistiker beschäftigt, sondern eine grundsätzliche Frage aufwirft: Was passiert eigentlich mit den Rekorden, wenn eine ganze Generation von Ausnahmestürmern gleichzeitig in Topform ist? Denn längst geht es nicht mehr nur um Turniersiege oder Gruppenspiele. Es geht um die WM-Historie selbst.
Wackelt nun auch der Rekord von Just Fontaine?
Messi und Mbappé haben inzwischen Miroslav Klose als bisherigen WM-Rekordtorschützen überholt oder zumindest eingeholt – je nach Zählweise der aktuellen Turnierstatistik. Kloses Marke von 16 Treffern war nach der WM 2014 die Benchmark für alle Stürmer. Jetzt wirkt sie plötzlich wie eine Zwischenstation.Der Blick kann an dieser Stelle noch weiter zurückgehen. Zu einem Rekord, der fast unangreifbar schien: Just Fontaine und seine 13 Tore bei einer einzigen Weltmeisterschaft 1958 in Schweden. Ein Wert, entstanden in einer anderen Fußballzeit, in einem anderen Rhythmus, mit anderen Abständen zwischen Defensive und Angriff. Und doch steht er nun wieder im Raum.














