Die Schlange verläuft von der Theke bis zur 150 Meter entfernten U-Bahn-Station. Hunderte Menschen sind an diesem Montag herbeigepilgert, um in Berlin-Kreuzberg den angeblich besten Gemüsedöner des Landes zu probieren. Über den Köpfen der Masse, auf dem Balkon seiner Wohnung über dem Dönerladen Zagros, schaut Moghaddam Hosseini, 20, hinab wie der Papst auf die Gläubigen. So richtig glauben kann er immer noch nicht, was er sieht. Vor drei Jahren hat er den Laden mit seinen Eltern eröffnet. Ohne Kochausbildung, ohne BWL-Master, sein Wissen hatte er vor allem aus YouTube-Tutorials. »Ich wusste, wir werden Erfolg haben«, sagt er. »Aber das ist krass.«