Der amerikanische Präsident Donald Trump unterstreicht das Streben der US-Regierung nach einer technologischen Vormachtstellung in der Quantentechnologie durch zwei neue Dekrete: Der erste Erlass fordert nach Angaben des Weißen Hauses die Überarbeitung der nationalen Strategie zur Förderung der Technologie. Damit startet eine nationale Initiative zum Bau des ersten Quantencomputers, der leistungsfähig genug sein soll, eine neue Ära wissenschaftlicher Entdeckungen einzuleiten und kommerzielle Anwendungen der Quantentechnologie zu beschleunigen. Die US-Regierung peilt an, einen solchen Computer in den kommenden Jahren fertigzustellen. „Wir glauben, dass dies bis 2028 gelingen kann“, sagte Michael Kratsios, der Leiter des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses anlässlich der Unterzeichnung der Dekrete.Der zweite Erlass zielt darauf, sensible Daten, kritische Infrastruktur und digitale Wirtschaft besser vor künftigen Cybergefahren zu schützen. Im Zentrum steht die beschleunigte Umstellung der Bundesregierung auf post-quantenfeste Kryptographie – also Verschlüsselungsverfahren, die auch Angriffen leistungsfähiger Quantencomputer standhalten sollen.Noch lange nicht marktreifQuantencomputer sind noch weit von der Marktreife entfernt, repräsentieren aber eine Technologie, die Unternehmen wie Regierung für vielversprechend und zugleich mächtig halten. Sie sind klassischen Computern überlegen, weil sie Rechenoperationen nicht Schritt für Schritt erledigen wie ein klassischer PC, sondern parallel und deshalb blitzschnell. Große Datenbanken würde er in Windeseile durchforsten und riesige Datenmengen extrem schnell verarbeiten – und darin Muster erkennen, die für einen klassischen Computer nur schwer auszumachen sind. Er wäre in der Lage, die komplizierten Optimierungsprobleme schnell zu lösen sowie die komplexesten chemischen und physikalischen Prozesse zu simulieren. Damit böten sich neue Möglichkeiten in der Material- und Wirkstoffforschung. Doch mit der Technologie kommen auch Risiken: Ausgereifte Quantencomputer könnten klassische Verschlüsselungssysteme zum Schutz heikler Daten brechen.Amerikanischer Technologieführer ist IBM. Der Konzern will nach eigenen Angaben bis 2029 einen großen Quantencomputer bauen. Für die Entwicklung will IBM mehr als 10 Milliarden Dollar über fünf Jahre investieren. Im Mai hatte die Trump-Regierung rund 2 Milliarden Dollar in Quantentechnologie-Unternehmen zu stecken und dafür im Gegenzug Minderheitsanteile an den Start-ups zu bekommen. Die Trump-Regierung hat nach eigenen Angaben bislang 625 Millionen Dollar in große nationale Quantenforschungsinstitute investiert – gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft.Die Amerikaner sehen sich in der Technologie im Wettbewerb mit China, das ebenfalls große Ambitionen hat. Auch Deutschland hat vielversprechende Initiativen und Start-ups. Microsoft, Alphabet und Wagnisfinanziers investieren nach jüngsten Durchbrüchen massiv in die Quantentechnik.
Trump beschleunigt Quantentechnologie
Neue Präsidentenerlasse sollen Amerika die technische Vormachtstellung sichern. Doch mit superschnellen Computern kommen auch Risiken.










