Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stellt sich gegen die Renten-Pläne der Bundesregierung. „Ich bin nicht der Meinung des Kanzlers, dass diese Vorschläge 1:1 umgesetzt werden müssen“, sagte sie dem Tagesspiegel. Damit begibt sie sich auch in Widerspruch zu ihrer Parteivorsitzenden, der Sozialministerin Bärbel Bas (SPD), die die von der Rentenkommission ausgearbeiteten Reformvorschläge in Berlin offiziell vorgestellt und sich für ihre vollständige Übernahme ausgesprochen hatte.„Es ist gut, dass ein Vorschlag vorliegt. Aber darüber muss diskutiert werden. Die Länder sind beispielsweise nicht in die Kommissionsarbeit einbezogen worden. Solch weitreichende Entscheidungen können nicht über den Kopf der Länder und der Sozialpartner hinweg getroffen werden“, sagte Schwesig.Sie sehe bei den Vorschlägen Licht und Schatten. Es sei gut, dass nach Wegen gesucht wurde, das Rentenniveau von 48 Prozent langfristig zu sichern. Auch die Vergrößerung der Kreise der Einzahlenden unterstütze sie, sie gehe ihr aber nicht weit genug: Neben Politikern und Vorständen sollen nach ihrem Willen „auch neu anfangende Beamte in die Rentenkasse einzahlen“.Schwesig widerspricht außerdem dem Plan, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und die sogenannte Rente mit 63 abzuschaffen. Bis in die 2090er-Jahre würde das Renteneintrittsalter dadurch voraussichtlich auf etwa 70 Jahre ansteigen. „Gerechter wäre es, wenn nach Beitragsjahren geschaut würde. Wer 45 Jahre oder mehr gearbeitet hat, sollte auch weiter abschlagsfrei in Rente gehen können. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, so Schwesig.
„Nicht über den Kopf der Länder hinweg“: Schwesig stellt sich gegen Rentenpläne der Regierung
Im Bund herrscht Einigkeit zwischen Union und SPD: Das Rentenpaket soll schnell und ohne wesentliche Änderungen umgesetzt werden. Doch Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin widerspricht.










