Hier in einem kleinen Eckladenlokal in einem etwas abgewohnten Altbau in Duisburg-Hochfeld scheint die Schuldfrage schon relativ klar zu sein. Heute werde es um „die Ermordung von Ibrahima durch die Polizei“ gehen, sagt zur Begrüßung Alex, der sich der Runde nur mit dem Vornamen vorgestellt hat. An die Wand hinter ihm wirft der Beamer seine Power-Point-Präsentation, vor ihm sitzen neun Interessierte im Stuhlkreis, die trotz der 30 Grad am Abend und Fußball-WM ins alternative „Syntopia“ gekommen sind, das sich als „Stadtteil- und Projektladen“ beschreibt. Vorne gibt es kalte Limo gegen eine kleine Spende, in der Ecke über einer Couch steht ein roter Stern als Lampe, auf Plakaten geht es um Solidarität mit Rojava, mit den Kurden. Bei Alex geht es um Solidarität mit Ibrahima. Auch er wird hier nur mit dem Vornamen genannt.