Während oder vielleicht ja auch weil auf Bundesebene derzeit laut über eine Reduzierung des Wohngeldes nachgedacht wird, sieht sich die Wohnbau Mainz GmbH weiterhin gefordert, in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt für bezahlbare Unterkünfte zu sorgen. Und das gelingt dem stadtnahen Unternehmen, das mit rund 11.000 Objekten derzeit etwa zehn Prozent des Mainzer Mietwohnungsbestandes hält, bis dato noch recht gut.Denn bei mehr als 45 Prozent der von ihr verwalteten Immobilien handelt es sich um „bezahlbaren“, also öffentlich geförderten Wohnraum. Die stadtnahe Gesellschaft, die vor gut 15 Jahren selbst eine existenzbedrohende Krise zu überstehen hatte, könne immer noch Wohnungen zu Nettokaltmieten von durchschnittlich weniger als acht Euro je Quadratmeter anbieten. Das versicherte Geschäftsführer Roman Becker bei der Vorstellung des Jahresberichts für 2025.Neue Wohnungen in alter Brotfabrik„Gerade in Zeiten steigender Baukosten und hoher Nachfrage nach Wohnraum braucht es verlässliche kommunale Akteure“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende, die Mainzer Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD). Dem Unternehmen, zu dessen Portfolio aktuell circa 250 Gewerbeeinheiten und mehr als 11.000 Wohnungen gehören, bescheinigte sie, „wirtschaftlich solide“ aufgestellt zu sein.Für Investitionen in Neubauten, Modernisierungen und Bestandspflege sowie Nachhaltigkeitsprojekte hat die GmbH laut Auflistung zuletzt rund 54 Millionen Euro in die Hand genommen. Unter anderem für die Umwandlung der Kommissbrotbäckerei in der Neustadt, in der 126 neue Wohnungen geschaffen wurden. Aber auch für die Modernisierung und energetische Sanierung älterer Gebäude im Stadtzentrum sowie in Mombach und Laubenheim. Mit 17 eigenen Photovoltaikanlagen konnten laut Becker im vergangenen Jahr fast 600.000 Kilowattstunden Strom erzeugt und 340 Tonnen CO₂ eingespart werden.„Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit“, so der Wohnbau-Geschäftsführer. Er blickt dabei auf bevorstehende Großprojekte – etwa an der Großen Langgasse, An der Plantage und An der Wiese. Dort sollen in nächster Zeit mehr als 150 neue Wohnungen, davon etwa 40 Prozent geförderte Objekte, realisiert werden. Ob die Wohnbau auch bei der bereits begonnenen Umwandlung der Generalfeldzeugmeister-Kaserne (GFZ-Kaserne) in der Oberstadt zum Zuge kommen wird, die bereits als Zukunftsquartier „Am Pariser Tor“ beworben wird, ist noch ungewiss.Teuber kritisiert Wohngeldkürzungen als „völlig falsches Signal“Auf dem Areal in direkter Nachbarschaft zum weltbekannten Pharmaunternehmen Biontech sollen zusätzliche Arbeitsplätze, aber auch gut 450 Wohnungen entstehen, von denen laut Mainzer Grundstücksverwaltungsgesellschaft GVG mbH etliche für möglichst viele Menschen „bezahlbar“ sein sollen.„Die Mieten steigen, preisgebundene Wohnungen verschwinden seit Jahrzehnten zugunsten des freien Marktes“, sagt Sven Teuber (SPD), der rheinland-pfälzische Bauminister. Er hatte die von Verena Hubertz, seiner Partei- und Amtskollegin im Bund, angekündigten Wohngeldkürzungen als „völlig falsches Signal“ bezeichnet. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt wachse, und „ausgerechnet jetzt kürzt der Bund die Unterstützung für Zehntausende Haushalte, die trotz täglicher Arbeit kaum noch bezahlbare Wohnungen finden“.Doch diese Unterstützung sei so lange notwendig, bis wieder mehr Sozialwohnungen entstünden als wegfielen, so Teuber. Er setzt aber nicht nur auf Wohngeld, sondern vor allem auf die Tatkraft bauwilliger Kommunen.
Wohnbau Mainz hält Mieten unter acht Euro
Die kommunale Wohnungsgesellschaft legt den Geschäftsbericht für 2025 vor. Er zeigt, dass man auch mit günstigen Mietwohnungen durchaus gutes Geld verdienen kann.






