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Nein, für die Gymnasiastin Nadja Räss an der Klosterschule Einsiedeln war es nicht immer cool, zu jodeln. Bei ihrem ersten Auftritt im Schweizer Fernsehen war sie 13 Jahre alt, sie steckte backfischhaft bebrillt in einer Tracht, und die Zuschauer hielten sie für die Schwester ihrer Mutter. Man sah 1992 ein junges Mädchen, das auch deshalb älter schien, weil es selbst solo schon so sicher jodelte.

Ihr Vorbild lebte da noch, die Berner Jahrhundertjodlerin Vreni Kneubühl, die eine sehr kräftige Stimme hatte und auch Lieder sang, in denen Mädchen mal »eins räukten«, also eins rauchten. Kneubühl könnte Räss’ Großmutter gewesen sein, aber auch Räss selbst kommt aus einer anderen Zeit. Im Gespräch per Videocall sagt sie: »Auf Klassenfahrten stellte ich mich jeweils an eine Ecke und jodelte, während die anderen mit dem Hut rumgingen. So bezahlten wir unser Bier.«