PfadnavigationHomePolitikAuslandÄrger im Maga-Land„Sie haben die USA verraten“ – Tucker Carlson bricht öffentlich mit Trumps RepublikanernStand: 11:46 UhrLesedauer: 3 MinutenEx-Fox-Moderator Tucker Carlson Quelle: AP Photo/Alex Brandon„Inakzeptabel“, „verräterisch“, „unmoralisch“: Moderator Tucker Carlson hat die Republikaner und die Politik von Donald Trump scharf kritisiert. Als Grund gab er an, dass der US-Präsident nicht mehr die Interessen der USA vertrete.Der rechtskonservative Online-Kommentator Tucker Carlson hat sich öffentlich von der Partei von US-Präsident Donald Trump losgesagt. „Auf keinen Fall würde ich die Republikanische Partei unterstützen“, sagte Carlson im Podcast „Can't be censored“. Grund sei, dass die Republikaner „die Interessen eines anderen Landes über die ihrer eigenen Bürger“ stellten, führte der frühere Fox-News-Moderator aus.Der langjährige Unterstützer Trumps sagte, der Krieg gegen den Iran diene zwar den Interessen Israels, gefährde aber die Sicherheit der Vereinigten Staaten und widerspreche damit Trumps „America First“-Kurs. „Die Republikaner haben die USA verraten“, erklärt der Ex-Moderator weiter. Carlson sagte, er habe sein ganzes Leben lang die Republikaner gewählt und die Partei 35 Jahre lang verteidigt. Doch die aktuelle Politik der Republikaner sei unmoralisch und lasse sich nicht mehr rechtfertigen. „Das ist nicht nur eine falsche Richtung, das ist inakzeptabel, das ist verräterisch, unmoralisch, und es kann so nicht weitergehen“, sagte er.Carlson hält aktuelle Trump-Politik für „unmoralisch“Weiter erklärte der 57-Jährige zum Iran-Krieg: „Aber das hier ist nicht mehr zu verteidigen. Also nein, ich bin raus. Und wenn ich raus bin, dann sind viele andere auch raus.“ Wen er stattdessen wählen werde, wisse er allerdings nicht. „Ich werde auch nicht die Demokratische Partei unterstützen“, sagte Carlson. Die Podcast-Folge wurde bereits in der vergangenen Woche ausgestrahlt, am Montag (Ortszeit) aber von mehreren US-Medien aufgegriffen.Es ist nicht das erste Mal, dass Carlson den US-Präsidenten wegen des Iran-Kriegs, den die USA gemeinsam mit Israel führten, kritisiert. Schon direkt nach Beginn des Iran-Kriegs entschuldigte er sich jedoch für seine bisherige Unterstützung und erklärte, er habe Menschen „in die Irre geführt“. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 war Carlson noch eine wichtige Figur gewesen. Lesen Sie auchViele Anhänger der „Make America Great Again“-Bewegung (Maga) hatten sich wie Carlson von Trump erhofft, dass er den Fokus stärker auf innenpolitische Themen legen würde. Das ist bisher nicht der Fall. Nun steht Trump vor den wichtigen Zwischenwahlen im Kongress Anfang November unter Druck, bei denen die Republikaner ihre hauchdünne Mehrheit in beiden Kammern verteidigen wollen. Lesen Sie auchDabei ist Carlsons eigener Karriereweg eng mit dem US-Präsidenten verknüpft. Vor allem während Trumps erster Amtszeit profilierte sich der Fernsehjournalist als Star beim konservativen US-Sender Fox News. Seine Sendung nutzte er auch, um Verschwörungstheorien und Falschmeldungen zu verbreiten sowie gegen Minderheiten zu hetzen. 2023 wurde er entlassen, ohne dass damals Gründe genannt wurden. Kurz nach seinem Aus bei Fox News startete er eine eigene Online-Show und baute sich mit Podcasts und Internetformaten erneut eine große Reichweite auf. Durch den Iran-Krieg kam es zum endgültigen Bruch zwischen Trump und Carlson. Nach der Abkehr von der Politik des US-Präsidenten schlug Trump hart gegen Carlsons Kritik zurück. Auf seiner Plattform Truth Social hatte Trump den früheren Fox-News-Moderator als „Idiot“ bezeichnet, der „nicht mal sein Studium“ abgeschlossen habe und „einen guten Psychiater aufsuchen“ sollte. Gemeinsam mit der Journalistin Megyn Kelly und dem Radiomoderator Alex Jones zählte Trump Carlson zu den „Spinnern“ und „Unruhestiftern“, die alles sagen würden, um Aufmerksamkeit zu erlangen.dpa/AP/kami