Lionel Messi ist seit Dienstag 39 Jahre alt. Wann hat ein Spieler in diesem Sportleralter derart ein Weltturnier geprägt? Die Antwort ist einfach: noch nie. Für das, was Messi da gerade in Nordamerika veranstaltet, dürfen gerne alle Superlative bemüht werden. Fünf Tore in zwei Spielen, das wirkt, als hätte diesen Wert eine künstliche Intelligenz kreiert. Derzeit wirkt alles, was Messi macht, wie eine Fortführung seiner vorangegangenen Karriere. Dabei hatte die mit dem Weltmeistertitel in Qatar doch ihre eigentliche Krönung erfahren.Frankreich würde auch ohne Mbappé funktionierenFünf Tore in zwei Spielen sagen aber auch sehr viel über Argentiniens Mannschaft aus. Die liegt gegen ihren Kapitän gewissermaßen 0:5 zurück. Getroffen für Argentinien hat nur Messi. Bei aller Freude über die Tore ihres Fußballheiligen sollte das Grund zur Beunruhigung sein. Was passiert, sollte sich Messi verletzen oder anderweitig ausfallen? Frankreich würde sehr wahrscheinlich auch ohne Kylian Mbappé funktionieren. Deutschland hat so einen Spieler, auf den sich alles konzentriert, gar nicht.War die Abhängigkeit von einem Spieler in der Vergangenheit derart groß, hieß das nur selten Gutes für den weiteren Turnierverlauf. Roberto Baggio und Oliver Kahn konnten ihre Mannschaften 1994 beziehungsweise 2002 ins Finale führen, zum Triumph reichte es dort aber nicht mehr.Nicht jeder Verweis auf die Vergangenheit muss der Gegenwart standhalten. Aber es kann Argentinien nicht schaden, wenn der Rest des Teams auch beginnt, sich stärker einzubringen. In Qatar steuerte Julián Álvarez vier Tore zu den sieben von Messi bei. Einige wichtige waren darunter, im Halbfinale gegen Kroatien (3:0) traf er zweimal. In den ersten zwei Spielen schaute Alvarez, dem in Spanien Real Madrid und der FC Barcelona schöne Augen machen, die meiste Zeit von der Bank aus zu. Bisher kommt er nicht in den Tritt. Das gilt auch für Lautaro Martínez, der an seiner Stelle spielt.Messi hat sein Spiel noch mal modifiziert und seinem Alter angepasst. Er steht mehr, beobachtet mehr, nur um im entscheidenden Moment so wie immer schon während seiner Karriere zu explodieren. Es sieht aus, als habe er sich in Miami, wo er dem täglichen Broterwerb nachgeht, die Kraft gespart für einen letzten Auftritt auf der größten Bühne.Messi wirkt fit, austrainiert, sein Antritt ist mit dem Ball meist immer noch schneller als der seiner Gegenspieler ohne. Alles, was er macht, gleicht einem Spektakel, auch wenn ab und zu mal ein Abspiel oder gar wie gegen Österreich ein Elfmeter daneben geht. Aber für die Argentinier könnte es zu einem Problem werden, wenn sich an seiner Rolle als Alleinunterhalter nicht bald etwas ändert.
Fußball-WM 2026: Lionel Messi als Argentiniens Alleinunterhalter
Spektakel und Superlative: Lionel Messi glänzt. Er könnte die WM prägen wie noch nie ein Spieler zuvor in seinem Alter. Doch wenn es so weitergeht, bekommen die argentinischen Weltmeister schnell ein Problem.
















