PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastWeiblicher Orgasmus: Warum kommen Frauen überhaupt?Stand: 08:32 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: picture alliance/CTK/CandyBox/Jean-Marie GuyonDer weibliche Orgasmus ist, anders als beim Mann, nicht für die Fortpflanzung notwendig – trotzdem existiert er. Eine Evolutionsbiologin erklärt, welche Hypothesen es gibt und warum der Orgasmus möglicherweise ein evolutionäres Überbleibsel ist.Außerdem geht es in der kleinen Alltagsfrage darum, warum wir manchmal die Zunge rausstrecken, wenn wir uns stark konzentrieren. Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Im Gespräch mit der Evolutionsbiologin Prof. Michaela Pavlicev von der Universität Wien wird deutlich, dass der weibliche Orgasmus aus wissenschaftlicher Sicht noch immer nicht vollständig verstanden ist. Klar ist: Für die Fortpflanzung ist er nicht notwendig. Trotzdem hat er sich über die Evolution hinweg erhalten. Eine mögliche Erklärung ist, dass der Orgasmus ursprünglich eine wichtige Rolle im Reproduktionsprozess gespielt haben könnte – allerdings nicht beim Menschen, sondern bei früheren Vorfahren.Ein Überbleibsel aus der Evolution?Eine zentrale Hypothese lautet, dass der weibliche Orgasmus mit einem Mechanismus zusammenhängt, der bei vielen Tieren bis heute existiert: dem durch Kopulation ausgelösten Eisprung.Bei einigen Tierarten erfolgt der Eisprung nicht zyklisch, sondern wird erst durch den Geschlechtsakt ausgelöst. Dabei kommt es zu hormonellen Reaktionen, die dem ähneln, was auch beim menschlichen Orgasmus passiert.Pavlicev und ihr Team sehen darin einen möglichen evolutionären Zusammenhang. Sie gehen davon aus, dass der menschliche Orgasmus ein Relikt dieses alten Mechanismus sein könnte – ein biologisches Merkmal, das ursprünglich eine klare Funktion hatte, diese aber im Laufe der Evolution verloren hat.Untersuchungen an Tieren und Vergleiche von anatomischen Merkmalen stützen diese Theorie. So zeigen sich Unterschiede in der Lage der Klitoris bei Tierarten mit unterschiedlichem Fortpflanzungsverhalten, was auf einen Zusammenhang zwischen Stimulation und Eisprung hindeuten könnte.Warum existiert der Orgasmus dann noch heute?Auch wenn der Orgasmus heute offenbar keine direkte Rolle mehr für die Fortpflanzung spielt, ist er nicht verschwunden. Das wirft eine weitere Frage auf: Warum bleibt ein solches Merkmal bestehen?In der Evolutionsbiologie gilt grundsätzlich, dass sich Eigenschaften ohne Funktion oft zurückbilden. Beim weiblichen Orgasmus scheint das jedoch nicht der Fall zu sein. Seine Komplexität ist erhalten geblieben – ein Hinweis darauf, dass er möglicherweise eine andere Bedeutung hat.Verschiedene Theorien versuchen das zu erklären. Diskutiert wird etwa, ob der Orgasmus soziale Funktionen erfüllt, etwa für Bindung oder Partnerwahl. Eindeutige wissenschaftliche Belege dafür gibt es bisher jedoch nicht.Die Forschung ist sich deshalb einig: Die Frage nach der heutigen Funktion des weiblichen Orgasmus ist weiterhin offen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.