Kürzlich hat Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) zwei Förderbescheide für das Neubaugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg unterschrieben. In einem ersten Bauabschnitt errichtet die städtische ABG Holding dort 71 Wohnungen in fünf Mehrfamilienhäusern. 29 davon werden mithilfe öffentlichen Geldes zu vergünstigten Mieten angeboten, zwölf als klassische Sozialwohnungen, 17 für Haushalte mit mittlerem Einkommen. Insgesamt gewährt die Stadt dafür rund sieben Millionen Euro an Zuschüssen und 4,7 Millionen Euro an zinsvergünstigten Darlehen. Hinzu kommen eine Million Euro Zuschuss und 2,2 Millionen Euro Darlehen vom Land Hessen. In dem Neubaugebiet im Frankfurter Norden entstehen in den nächsten Jahren insgesamt 860 Wohnungen, 40 Prozent davon gefördert.Um dieses aufwendige Bauprogramm zu finanzieren, braucht es große Fördertöpfe. In diesem Jahr verfügt die Stadt Frankfurt über eine Rekordsumme. 211 Millionen Euro habe der Magistrat am vergangenen Freitag für die Wohnungsbauförderung freigegeben, sagte Gwechenberger am Montag bei der Vorstellung der aktuellen Bilanz des sozialen Wohnungsbaus. 40 Millionen Euro davon stammten aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Im aktuellen Koalitionsvertrag haben CDU, Grüne und SPD eine weitere Erhöhung der Fördermittel vereinbart.Gwechenberger ist zuversichtlich, dass die Wohnungsunternehmen beim sozialen Wohnungsbau wieder aktiver werden. 2025 hätten sie abgewartet, bis die Stadt ihre Förderrichtlinien überarbeitet habe. Deshalb seien im vergangenen Jahr nur 205 neue Sozialwohnungen bewilligt worden. Mittlerweile sind die Förderkonditionen angepasst. Martin Hunscher, der Leiter des Stadtplanungsamtes, rechnet damit, dass in diesem Jahr Förderanträge für mehr als 1000 Wohnungen bewilligt werden. Hinzu kämen 68 Plätze in zwei Wohnheimen für Studenten und Auszubildende. Bei den 619 geplanten klassischen Sozialwohnungen gibt es noch eine Unsicherheit: Hier ist eine Ko-Finanzierung durch das Land erforderlich, das laut Hunscher aber die Förderbedingungen noch nicht angepasst hat. Die Kommunen seien noch nicht aufgefordert worden, ihre Kontingente anzumelden.500 Neubauwohnungen bezugsfertigBezugsfertig wurden im vergangenen Jahr rund 500 neu gebaute geförderte Wohnungen, vor allem in den Neubaugebieten Schönhofviertel am Westbahnhof und Franky im Gallus. Katharina Wagner, die Leiterin des Amts für Wohnungswesen, wertet diese Zahl als Erfolg, trägt sie doch dazu bei, dass erstmals seit Jahrzehnten der Bestand an Sozialwohnungen nicht weiter gesunken ist. Rund 26.000 Einheiten standen Ende 2025 für Bedürftige zur Verfügung, etwa 500 mehr als ein Jahr zuvor, als der bisherige Tiefststand erreicht wurde. Nicht mehr in der Statistik enthalten sind rund 2300 Wohnungen der ABG Holding, für die die Stadt erst bei einem Mieterwechsel ein Belegungsrecht erhält. Fast 5000 geförderte Wohnungen gibt es mittlerweile für Haushalte, die über ein mittleres Einkommen verfügen.Innerhalb von 30 Jahren hat sich der Bestand an Sozialwohnungen in Frankfurt halbiert. Das liegt daran, dass die Belegungsbindung nur für einen bestimmten Zeitraum gilt und danach ausläuft. Der Eigentümer kann die betreffenden Wohnungen dann auf dem freien Markt vermieten. Die Stadt versucht, das durch die Verlängerung von Belegungsrechten zu verhindern. Damit gelinge es, das weitere Abschmelzen des Bestands zu bremsen, so Wagner. 2025 wurde die Sozialbindung für 416 Wohnungen verlängert, für 336 weitere Bestandswohnungen hat die Stadt erstmals ein Belegungsrecht erworben.Dennoch gibt es weiterhin nicht genügend Wohnungen, um den Bedarf zu decken. Rund 7500 bedürftige Haushalte mit fast 20.000 Personen seien derzeit als wohnungssuchend registriert, so Wagner. Einpersonenhaushalte stellten den größten Anteil. Bei mehr als 60 Prozent aller Fälle sei das Wohnungsgesuch in die oberste Dringlichkeit eingestuft.Besonders schwierig sei die Vermittlung von großen Haushalten mit fünf oder mehr Personen. Sie stellten 20 Prozent der registrierten Haushalte, doch nur fünf Prozent der erfolgreichen Vermittlungen entfielen auf große Familien. Für sie geeignete Wohnungen seien rar, auch weil derzeit kaum jemand umziehe. Im Wohnungsamt wurde deshalb eine Stelle geschaffen, die sich mit der Frage befasst, wie die Situation durch Wohnungstausch oder die Förderung von Umzügen verbessert werden kann.