PfadnavigationHomePolitikAuslandKanada„Albtraum“ – Mehrere Tote nach Schüssen in Montreal, Täter hinterlässt ManifestStand: 02:10 UhrLesedauer: 2 MinutenEine Polizistin nach den Schüssen in Montreal im EinsatzQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Christopher KatsarovIn Montreal endet ein Schusswaffenvorfall tödlich: Ein Polizist, ein Zivilist und der Angreifer kommen ums Leben. Der Schütze soll Anhänger der frauenfeindlichen Incel-Bewegung gewesen sein.Entsetzen in Kanada: Bei einem Schusswaffenvorfall in Montreal sind drei Menschen getötet worden. Dabei handle es sich um einen Polizisten, einen Bürger und einen Angreifer, sagte ein Polizist vor Journalisten. Der Beamte sprach von einem „Albtraum“, dessen Hintergründe noch offen seien. Er erwarte neue Erkenntnisse in den kommenden Stunden.An eine bei dem Einsatz verletzte Polizistin gerichtet, sagte er: „Halte durch, wir stehen hinter dir.“ Weitere Verdächtige in dem Fall gebe es nicht, der Einsatz halte aber an.Lesen Sie auchEinem Medienbericht zufolge war der Schütze Anhänger der frauenfeindlichen Incel-Bewegung. Er habe ein Incel-„Manifest“ hinterlassen, berichtete am Montag der Rundfunksender Radio Canada. Die Polizei äußerte sich dagegen zunächst nicht zu möglichen Motiven oder Hintergründen. Der Täter wurde demnach von der Polizei erschossen.In der Incel-Bewegung – Abkürzung für „involuntarily celibate“ – schließen sich heterosexuelle Männer zusammen, die nach eigenen Angaben unfreiwillig sexuell enthaltsam und deshalb frustriert sind – und ihren Frauenhass häufig mit Gewaltfantasien verknüpfen. Ein Anhänger dieser Bewegung hatte 2018 bei einem Angriff in Toronto elf Menschen getötet – überwiegend Frauen.Die Polizei hatte zuvor um die Mittagszeit vor einem „bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen“ gewarnt und Bürger dazu aufgefordert, eine Gegend im Viertel Côte-des-Neige zu meiden. Die Polizei sei per Notruf verständigt worden und bei ihrer Ankunft unter Beschuss geraten, sagte der Beamte.Lesen Sie auchDer jüdische Rettungsdienst Zaka teilte mit, der Angriff habe sich in der Nähe eines Chabad-Zentrums zugetragen. Es könne sich um einen Anschlag handeln, hieß es. Die kanadische Polizei bestätigte dies zunächst nicht. Die im späten 18. Jahrhundert gegründete Chabad-Lubawitsch-Bewegung will Juden ihrer Religion und ihren Traditionen näherbringen. Weltweit hat die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 5000 Institutionen in mehr als 100 Ländern.Mehrere Tote nach Angriff erst Anfang des JahresBei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in der westkanadischen Provinz British Columbia Anfang des Jahres starben acht Menschen, darunter auch der 18-jährige Täter. Kanadas Regierung hat nach früheren Schusswaffenvorfällen mit vielen Opfern mit verschärften Maßnahmen für Waffenkontrolle reagiert. Dazu gehört die Ausweitung des Verbots aller Waffen, die als Sturmgewehre eingestuft werden können. Die Waffengesetze in Kanada gelten zwar als liberaler als in Deutschland. Im Vergleich zu den USA sind Schusswaffen dort aber deutlich weniger verbreitet und stärker reguliert als im Nachbarland. dpa/afp/nw/saha