In Mecklenburg-Vorpommern profitiert die SPD vom Amtsbonus – dennoch droht ein Absturz. Alle Umfragen zur WahlWie die Parteien vor der Wahl am 20. September in Umfragen abschneiden, welche Koalitionen möglich sind – und was die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern umtreibt. Hier gibt es die aktuellen Zahlen.22.06.2026, 22.47 Uhr3 LeseminutenIm NZZ-Wahltrend liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern klar vor der SPD. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig konnten den Abstand in letzter Zeit zwar verkürzen, bleiben aber deutlich unter ihrem Ergebnis von 2021. Auch die CDU fällt im Wahltrend zurück und spielt im Nordosten derzeit nur eine Nebenrolle.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die AfD mit Leif-Erik Holm als Spitzenkandidaten hat gute Chancen, stärkste Kraft zu werden. Für die SPD bleibt Schwesig der wichtigste Trumpf: Sie ist im Land weiterhin populär, obwohl die Zufriedenheit mit der Landesregierung sinkt und ihre Partei im Bund schwächelt.Für den Wahltrend bündelt die NZZ die Umfragen mehrerer Institute; neuere Erhebungen werden stärker gewichtet als ältere. Die folgende Übersicht zeigt die Zahlen der einzelnen Institute.Schwesig regiert in Mecklenburg-Vorpommern mit der Linken. Diese rot-rote Koalition hätte nach den jüngsten Umfragen keine Mehrheit mehr. Zugleich will keine der übrigen Parteien mit der AfD regieren. Die Mehrheitsbildung dürfte daher kompliziert werden.Für ein Bündnis gegen die AfD brauchte es voraussichtlich mehrere Parteien – etwa SPD, Linke und CDU. Ob zusätzlich Grüne, FDP oder BSW im Landtag vertreten wären, ist offen; alle drei bewegen sich in der Nähe der Fünfprozenthürde. Die CDU schliesst eine Koalition mit der Linken bisher jedoch aus. Denkbar wäre deshalb auch eine Minderheitsregierung unter Führung der SPD.Eine solche Regierung müsste vor allem bei Bildung, Wirtschaft und Migration liefern. In Umfragen nennen die Befragten diese Themenfelder besonders häufig als wichtigste Probleme. Bei der Bildungspolitik hat das Land unmittelbaren Einfluss; bei Wirtschaft und Migration hängen viele Entscheidungen dagegen stärker von Bund und EU ab. Gerade dort dürfte sich landespolitische Erwartung auch mit Unzufriedenheit über die Bundesregierung mischen.Die SPD setzt deshalb stark auf Schwesig. Sie muss den Rückstand auf die AfD verkleinern und zugleich eine Mehrheit organisieren. Beides dürfte schwierig werden.So berechnet die NZZ den WahltrendFür die Schätzung der jüngsten Umfragewerte wertet die NZZ die auf Wahlrecht.de veröffentlichten Umfragen aus und führt sie für jede Partei zu einem gewichteten Durchschnitt zusammen; neuere Erhebungen zählen stärker als ältere. Die statistische Fehlermarge liegt in der Regel bei höchstens ±3 Prozentpunkten. Auch der NZZ-Wahltrend ist eine Momentaufnahme – keine Prognose.Für die Koalitionsoptionen rechnet die NZZ die prozentualen Stimmenanteile aus den Umfragen nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren in Sitze um – ohne Berücksichtigung von Überhang- und Ausgleichsmandaten sowie einer möglichen Grundmandatsklausel. Zusätzlich wird anhand einer Modellrechnung für Parteien nahe der Fünfprozenthürde ausgewiesen, ob eine Koalition eine «stabile», «wackelige» oder «keine» Mehrheit hat.Bei den wichtigen Problemen beziehen sich die ausgewiesenen Themen auf solche, die wahlberechtigte Befragte im Land als besonders drängend empfinden. Sie sind nicht mit den am Wahlabend oft genannten «wahlentscheidenden Themen» gleichzusetzen, also mit den Gründen, die für die persönliche Wahlentscheidung ausschlaggebend waren. Beides kann auseinanderfallen, etwa wenn Wähler ein Problem zwar als wichtig ansehen, ihre Stimme aber dennoch einer anderen Partei geben, weil sie deren Positionen insgesamt näherstehen oder ihr stärker vertrauen.Passend zum Artikel