Frankreich verzeichnet „einen Rekord für den Monat Juni“Frankreich hat am Montag die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur verzeichnet. Der landesweite Index – ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen – lag am frühen Montagabend bei 29,2 Grad, wie der Wetterdienst France-Météo unter Verweis auf vorläufige Angaben mitteilte. Es handele sich um „einen Rekord für den Monat Juni“, der den bisher gemessenen durchschnittlichen Monats-Höchstwert vom 30. Juni 2025 ablöse, teilte Météo-France der Nachrichtenagentur AFP mit.Frankreich ächzt seit der vergangenen Woche unter einer Hitzewelle, am Montag war mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe Rot betroffen. Vielerorts kletterte das Thermometer auf über 40 Grad. In Rennes, Bordeaux und Angers wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Im südfranzösischen Carpentras wurden am Montag zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren tot im Wagen ihrer Eltern gefunden, die Ermittler führten ihren Tod auf die Hitze zurück. Am Wochenende hatten die französischen Behörden bereits drei Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle gemeldet.Die Karte zeigt, wo im Südwesten es heute besonders heiß werden soll:Weitere traurige Nachrichten kommen aus Frankreich, das ebenfalls von der Hitzewelle betroffen ist: Zwei Kleinkinder sind in Carpentras in einem Auto tot aufgefunden worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurden die leblosen Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren im Auto ihrer Eltern auf einem Parkplatz der südfranzösischen Stadt entdeckt. Die Todesursache ist noch unklar, die Ermittler gehen aber von einem Zusammenhang mit der Hitzewelle aus, wie die Staatsanwältin Hélène Mourges sagte.Die Feuerwehr des südfranzösischen Départements Vaucluse teilte mit, sie habe „zwei Kinder mit Herz-Kreislauf-Stillstand“ entdeckt, nachdem gegen 13.20 Uhr ein Notruf eingegangen sei. Die Mutter der Kinder wurde von Rettungskräften versorgt und konnte zunächst nicht vernommen werden.Traurige Gewissheit aus dem Kreis Groß-Gerau: Drei seit Samstag vermisste Schwimmer sind nun tot geborgen worden.Die Stadt Erfurt hat ein vorübergehendes Verbot von Grablichtern auf kommunalen Friedhöfen erlassen. Aufgrund der anhaltenden Hitze und der damit verbundenen erhöhten Brandgefahr seien ab sofort Grabkerzen, Grablichter, Grablampen in Gefäßen sowie LED-Lichter untersagt, teilte die Stadt am Montag mit. Die Maßnahme diene dem vorbeugenden Brandschutz.Die Friedhofsverwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und darum, auf alternative Formen des Gedenkens zurückzugreifen. Das Verbot gelte bis auf Weiteres. Über eine Aufhebung werde entsprechend der weiteren Wetterentwicklung entschieden. Die Bildungsgewerkschaft VBE fordert verbindliche und bundesweit einheitliche Regeln für Hitzeschutz an Schulen. Angesichts zunehmender Hitzeperioden sei es nicht länger hinnehmbar, dass Lehrkräfte und Schüler unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten und lernen, sagte der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Tomi Neckov, am Montag in Berlin.Zum Hitzeschutz gehörten Regeln für Raumtemperaturen, ausreichender Sonnenschutz, funktionierende Lüftungssysteme sowie die Freiheit, die Unterrichtssituation entsprechend anzupassen. Schulgebäude müssten klimatisiert werden und Schulhöfe ausreichend Schattenflächen bieten. „Hitzeschutz ist kein Privileg, sondern eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit“, so Neckov. Kinder reagierten deutlich stärker auf Hitze.Bislang ist der Hitzeschutz an Deutschlands Schulen nicht einheitlich geregelt. Wann es zum Beispiel Hitzefrei gibt, ist generell eine Entscheidung der Schulleitung. In manchen Bundesländern gibt es dazu Vorgaben, die aber jeweils unterschiedlich ausfallen. In mehreren anderen europäischen Ländern werden diese Woche möglicherweise neue Hitzerekorde erwartet: In Großbritannien hat der Wetterdienst für Teile Mittel- und Südenglands für Mittwoch und Donnerstag die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgerufen. In London, Birmingham, Bath und anderen Städten muss demnach mit „außergewöhnlich heißen und schwülem Wetter“ mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad gerechnet werden. Der Hitzerekord für Juni, der bisher bei 35,6 Grad liegt, wird damit wohl gebrochen. Das Königliche Meteorologische Institut in Belgien erwartet in dieser Woche ebenfalls einen Hitzerekord, wie der Leiter der Vorhersageabteilung, David Dehenauw, sagte. Wegen der Hitze fielen Züge aus. Wie die staatliche Bahngesellschaft SNCB mitteilte, sind vorallem die Stoßzeiten am Montag und Dienstag von den Streichungen betroffen, mit denen technische Störungen und Pannen verhindert werden sollen. Auch der spanische Wetterdienst Aemet warnt bis Mittwoch „vor extrem hohen“ Tag- und Nacht-Temperaturen für die Jahreszeit. In einigen Regionen sind Spitzenwerte von bis zu 44 Grad vorhersagt. In Portugal liegen die Temperaturen noch knapp unter bisherigen Rekordwerten.Die intensive Sonnenstrahlung lässt den Ozongehalt in der Luft bedenklich steigen. Der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm (Millionstel Gramm) Ozon pro Kubikmeter Luft sei erstmalig in diesem Jahr in Hessen überschritten worden, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden am Montag mit. In Riedstadt (Kreis Groß-Gerau) wurden am vergangenen Freitag mittags 194,5 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Das Reizgas Ozon könne bei hoher Konzentration die Atemwege, Schleimhäute sowie Lunge reizen und Symptome wie Atembeschwerden, Husten oder Kopfschmerzen auslösen. Ab dem Informationsschwellenwert werde Kindern, Jugendlichen und empfindlichen Personen vorsorglich empfohlen, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden. Bei Werten über der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gilt diese Empfehlung allen Bürgerinnen und Bürgern. Von sportlichen Ausdauerleistungen rät das Landesamt ab. Wer auf Sport im Freien nicht verzichten wolle, solle ihn möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen, da zu dieser Zeit die Ozonkonzentration am niedrigsten sei. Aufgrund der Wettervorhersage sei auch in den kommenden Tagen mit anhaltend hohen Ozonwerten zu rechnen. Weitere Überschreitungen seien nicht auszuschließen, besonders betroffen seien das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen.Bodennahes Ozon hat nichts mit der sogenannten Ozonschicht in der Stratosphäre zu tun, die vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Nachdem sich der Abflug eines Flugzeugs auf dem Frankfurter Flughafen verzögerte, mussten mehrere hitzegeplagte Passagiere am Sonntag von Rettungskräften versorgt werden. Wie das Polizeipräsidium Frankfurt am Main am Montag mitteilte, klagten einige Fluggäste aufgrund der Temperatur im Innenraum der Maschine über Unwohlsein.Das bereits voll besetzte Flugzeug stand mehr als eine Stunde nach dem ursprünglichen Starttermin bei hochsommerlichen Temperaturen immer noch auf dem Vorfeld. Die betroffenen Passagiere verließen den Flieger und wurden demnach von den Rettungskräften versorgt. Auch Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Inmitten der Hitzewelle haben die Lebensretter von der DLRG allein von Freitag bis Sonntag bisher sechs tödliche Badeunfälle erfasst. „Die Befürchtung, dass es wieder zu vielen tödlichen Unfällen kommt, hat sich leider bestätigt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Weitere Fälle könnten noch nachgemeldet werden.Ums Leben kamen den DLRG-Angaben zufolge überwiegend junge Männer: ein 22-Jähriger im Tegernsee und ein 24-Jähriger in einem See im Landkreis Coburg in Bayern, ein 16-Jähriger im Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen und ein 53-Jähriger in einem Baggersee in Kleve in Nordrhein-Westfalen, ein 23-Jähriger im Epplesee in Baden-Württemberg sowie ein 29-Jähriger im Wandlitzsee in Brandenburg. Hinzu kommen mehrere Vermisste. So wurde nach drei Männern, die im hessischen Biblis im Rhein gebadet hatten, gesucht. Im rheinland-pfälzischen Altrip wurde ein Schwimmer, der in einem Weiher unterging, vermisst. Bereits am Donnerstag waren den Erkenntnissen der DLRG zufolge drei Menschen tödlich verunglückt: Demnach wurde ein 61-Jähriger tot aus dem Großen Zernsee bei Potsdam geborgen, ein 76-Jähriger starb im Tinninger See in Bayern und ein 56-Jähriger in der Kiesgrube Roßla in Sachsen-Anhalt. Die DLRG erfasst auch Fälle, bei denen sie nicht selbst im Einsatz war. Worauf Sie zu Ihrer Sicherheit beim Baden achten sollten, können Sie hier nachlesen:Haben Sie einen Garten? Meine Kollegin Petra Kirchhoff hat Tipps zur Gartenbewässerung angesichts der Hitze:Die Waldbrandgefahr steigt in den kommenden Tagen in ganz Deutschland, besonders im Süden und Osten. Das prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD). Aktuell gilt demnach nur in einigen Regionen, etwa in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg, Stufe 4 von 5, hohe Gefahr. Doch bereits ab Mittwoch sagt der Wetterdienst für große Bereiche von Süd- und Ostdeutschland hohe Gefahr voraus. Die Lage könnte sich im Verlauf der Woche noch weiter anspannen. Für Donnerstag und Freitag rechnen die Meteorologen unter anderem in überwiegenden Teilen von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz sowie großen Teilen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit Stufe 4 auf dem Waldbrandgefahrenindex. In einigen Regionen, etwa westlich von Berlin, soll dann gar die höchste Stufe 5 eintreten: sehr hohe Gefahr. Hitze allein löst zwar keine Brände aus. Aber hohe Temperaturen, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können das Risiko für Waldbrände steigern. Oft ist Brandstiftung der Auslöser. Experten machen den Klimawandel für die zunehmenden Extreme verantwortlich. Mit Höchstwerten von mehr von 40 Grad steuert die Hitzewelle in Frankreich auf ihren Höhepunkt zu: In Bordeaux im Südwesten des Landes rechnet der Wetterdienst am Montagnachmittag mit Temperaturen von 43 Grad Celsius. In der Hauptstadt Paris werden 39 Grad erwartet. Mit nachlassender Hitze wird erst Ende der Woche gerechnet. Am Wochenende meldete die Region Gironde bereits drei Hitzetote.Inzwischen ist mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe betroffen: Die französischen Behörden haben für 49 der 96 Festland-Départements Alarmstufe Rot ausgerufen. „Die sehr große Hitze setzt sich dauerhaft im Land fest“, warnte der Wetterdienst Météo France. „In den rot markierten Départements steigen die Temperaturen tagsüber und nachts auf außergewöhnlich hohe Werte.“Mehr als 800 Schulen blieben nach Angaben des Bildungsministeriums am Montag geschlossen. 1800 Schulen verkürzten den Unterricht. Schon vergangene Woche war Eltern empfohlen worden, ihre Kinder zu Hause zu lassen oder schon mittags abzuholen. „Letzte Woche waren es im Klassenzimmer 32 Grad“, berichtete eine Grundschullehrerin aus Bordeaux, die sich über fehlenden Hitzeschutz in Schulen beklagte. Der Supermarkt auf der anderen Straßenseite sei dagegen „schön kühl und klimatisiert“.In Paris gab es am Montag auch Störungen im öffentlichen Nahverkehr. Wie Regionalpräsidentin Valérie Pécresse sagte, könnten sich Schienen in der Hitze verformen und die Klimaanlagen überfüllter Waggons schlapp machen. In der Hauptstadtregion Ile-de-France wurde daher jeder zehnte Zug vorsorglich gestrichen. Neben den hohen Temperaturen ist örtlich auch mit Gewittern zu rechnen, etwa in Bayern. Für den Tagesverlauf prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD) Höchsttemperaturen von 36 Grad. Es könne Schauer und Gewitter geben, insbesondere im Alpengebiet.In Franken müssen sich die Menschen zu Wochenbeginn auf Starkregen, Hagel und stürmische Böen einstellen, vor allem in den Mittelgebirgen. Örtlich seien Unwetter möglich. Zugleich wird es sehr warm. Der DWD spricht von extremer Wärmebelastung, vor allem in Unterfranken.Schon am Wochenende hatte es kräftige Gewitter gegeben – der Sonntag war mit 1.459 Erdblitzen der bisher zweit-blitzreichste Tag des Jahres, wie aus Daten des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids hervorgeht. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Hitze im Liveticker: Frankreich meldet höchste im Juni jemals gemessene Durchschnittstemperatur | FAZ
Frankreich: vielerorts über 40 Grad +++ Weitere europäische Länder erwarten Hitzerekorde +++ Einheitliche Hitzeregeln für Schulen gefordert +++ Mehrere Menschen sterben bei Badeunfällen +++ alle Entwicklungen im Liveblog















