PfadnavigationHomeSportFußballWMNationalmannschaft„Er lag neben mir auf der Bank. Und du siehst, er ist einfach leer“Veröffentlicht am 22.06.2026Lesedauer: 3 MinutenNico Schlotterbeck hat sich im Spiel gegen die Elfenbeinküste einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Der Innenverteidiger fällt für den Rest der Weltmeisterschaft aus.Das WM-Aus von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck sorgt für große Emotionen innerhalb der Nationalmannschaft. Mit bewegenden Worten schildert ein Mitspieler den Moment, als er davon erfuhr. Auch Rudi Völler äußert sich.Er hätte abreisen können. Wer hätte es ihm nach dieser Schockdiagnose verübelt? Niemand. Doch Nico Schlotterbeck will nicht allein sein, sondern beim Team – und das, obwohl die WM für den Innenverteidiger des BVB nach nur zwei Gruppenspielen vorbei ist.„Das spricht für unseren Teamgeist“, sagte Rudi Völler, der Sportdirektor des DFB, am Montag, als der Verband um 8 Uhr das WM-Aus für Schlotterbeck nach einer Innenbandverletzung im linken Knöchel vermeldet hatte. Völler hofft nun auf eine Trotzreaktion in der Mannschaft: „Das ist eine schwere Verletzung für Nico. Es ist sehr schade. Es ist bitter für uns und für den Jungen. Eine WM ist nicht so oft.“Mit bewegenden Worten schilderte Nadiem Amiri, wie er von der Verletzung von Schlotterbeck erfahren habe. Der Offensivspieler hatte in der Partie gegen die Elfenbeinküste (2:1) den Ausgleich vorbereitet. „Ich war gestern (am Sonntag – d. R.) beim Physio, als ich es erfahren habe. Er lag neben mir auf der Bank – und ja, es ist ein ganz schwieriger Moment. Du weißt eigentlich nicht, was du ihm sagen sollst, weil du siehst, der ist einfach leer. Wir müssen einfach für ihn da sein. Ich glaube, Ruhe tut ihm aber auch gut. Wenn jetzt jeder hingeht und jeder sagt, hey, gute Besserung und bla bla bla, das ist auch nervig für ihn. Von daher, ich glaube, so ein gesunder Abstand, um ihn in Ruhe zu lassen, dass er es selbst erst mal verarbeitet, tut ihm ganz gut.“Frau und Sohn sind in den USA dabeiDer 29-Jährige berichtete von einer großen Enttäuschung innerhalb der Mannschaft. „Es war im ersten Moment natürlich schockierend, weil Schlotti einfach ein brutal wichtiger Spieler für uns ist. Jeder in Deutschland und in ganz Europa kennt seine Qualitäten. Es tut uns weh, aber irgendwo ist es auch noch mehr Motivation, um es ganz weit zu bringen. Und dass er bleibt, zeugt ja auch davon, dass wir alle für die Mannschaft und für das große Ziel brennen. Das hat man auch beim Spiel in Toronto wieder gesehen.“Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify oder Apple Podcasts.Lesen Sie auchSchlotterbeck, dessen Frau und Sohn in den USA weilen, wird die Mannschaft mit zum dritten Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag in New York begleiten (22 Uhr MEZ/ARD und Magenta TV sowie im Liveticker von WELT). Das werde auch vom BVB, seinem Arbeitgeber, unterstützt. Dies berichtete Rudi Völler nach einem Telefonat mit BVB-Chef Lars Ricken.Laut Völler müsse es nun das Ziel sein, Schlotterbeck aufzubauen und neue Lösungen für die kommenden Turnieraufgaben der Nationalmannschaft zu finden. „Das müssen wir auffangen, und das bekommen wir aufgefangen“, sagte der 66-Jährige. Es ist der zweite bittere Ausfall, den die DFB-Auswahl verkraften muss. In Chicago, wo sich die Mannschaft Anfang Juni für einige Tage auf die WM vorbereitete, hatte sich Youngster Lennart Karl einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen. Der 18-Jährige weinte beim Abschied von der Mannschaft und reiste umgehend ab.