Es gibt diesen Moment, in dem man auf seinen Lohnzettel schaut und sich fragt: Wo zur Hölle geht fast die Hälfte meines Geldes hin? Die Antwort steht da, fein säuberlich aufgelistet: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Lohnsteuer.
Und während man noch grübelt, ob man sich dieses Jahr den Urlaub oder die neue Waschmaschine leisten kann, tagt irgendwo in Berlin eine Kommission und entscheidet über unsere Zukunft. Genauer gesagt: darüber, dass wir noch mehr zahlen sollen – für ein Rentenversprechen, dem immer weniger Menschen trauen.
Schöne Worte, alte Muster
Verstehen Sie mich nicht falsch: Es gibt einige wenige Lichtblicke. Das angekündigte Aus der „Rente mit 63“ ist überfällig und richtig. Dieses Instrument hat dem Arbeitsmarkt jahrelang dringend benötigte Fachkräfte entzogen und die Rentenkassen mit bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahrgang belastet. Für eine Generation, die voraussichtlich bis 70 arbeiten wird, ist das schlicht eine Frage der Fairness. So weit, so gut.
Doch das war’s dann auch mit den guten Nachrichten. Der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen kritisiert das Reformbündel als zu lasch – und er hat recht. Denn der entscheidende Konstruktionsfehler bleibt unangetastet: Die geburtenstarken und gleichzeitig kinderarmen Jahrgänge, die Babyboomer, werden bis etwa 2035 ohne größere Abstriche in den Ruhestand spazieren.











