Wer die im Oktober erschienene Netflix-Doku gesehen hat, kennt den Leidensweg des Rappers Haftbefehl. Für „Babo – Die Haftbefehl-Story“ begleiteten ihn Juan Moreno und Sinan Sevinç über zwei Jahre mit der Kamera und zeigten den Menschen hinter der Kunstfigur: Aykut Anhan zwischen Ruhm, langjähriger Kokainsucht und seinem Versuch, endlich clean zu werden. Am Sonntag teilte Haftbefehl nun seinen 1,2 Millionen Abonnenten auf Instagram mit, vorerst keine Konzerte zu spielen, um sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren.InstagramDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von Instagram angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.Während der Dreharbeiten habe Anhan laut Moreno und Sevinç immer wieder gefordert, alles zu zeigen: „Ihr wollt mich sehen“, sagt er in der Doku. Es geht ausführlich um seine Drogensucht, auch um den Suizid seines Vaters im Jahr 1999. Anhan ist dabei zu sehen, wie er röchelnd auf der Couch liegt, sich schließlich in den ersten Stock schleppt und auf ein großes Bild mit sich und seinen Kindern zeigt: „Das ist mein Sohn Noah. Das ist mein Baby Aliyah. Die hat heute Geburtstag. Mein Baby. Das“, er meint sich selbst, „ist der Dreck. Links ist der Dreck. Ich, Dreck. Aber er liebt seine Kinder.“Am 23. April war Haftbefehl überraschend am Ballermann aufgetretenIm Oktober berichteten Moreno und Sevinç, es gehe Anhan besser, wenig später trat Haftbefehl im November wieder in kleineren Clubs auf, etwa in Osnabrück oder Gießen. Sieben Monate später kündigt der Rapper auf Instagram nun eine Pause an: „Aktuell bin ich emotional und körperlich nicht in der Verfassung, aufzutreten.“ Die Zeit nach der Doku, die große Aufmerksamkeit, „der ganze Rummel“ hätten ihn zusätzlich belastet. Nähere Details zu seinem Zustand nennt der Rapper nicht; er brauche jetzt Ruhe und Zeit, um sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren. „Ich kämpfe jeden Tag darum, wieder auf die Beine zu kommen, und hoffe, dass ihr Verständnis für meine Situation habt“, schreibt er weiter und bedankt sich für die Unterstützung, Geduld und den Respekt, „Euer Aykut“.Noch am 23. April war Haftbefehl überraschend am Ballermann aufgetreten und hatte neben Mia Julia, Isi Glück und Mickie Krause die Saison eröffnet. Tiktok-Videos zeigen ihn im dicht gefüllten „Megapark“ mit Jogginganzug, umgehängter Bauchtasche und schwarzer Maske, die er bei öffentlichen Auftritten zuletzt trug. Rund zehn Minuten dauerte sein Auftritt, bei dem er wenig rappte; meist hielt er das Mikrofon in die Menge oder holte Fans zu sich auf die Bühne. „Ist er das überhaupt?“, fragten manche Nutzer auf Tiktok. Anfang Juni folgte dann die Absage seines Auftritts beim World Club Dome in Frankfurt, zwanzig Minuten nach geplantem Beginn ohne weiter genannte Gründe. Seine Arena-Tour mit Shows im September in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin entfällt vorerst.Haftbefehl:Ach du meine GoetheStehen die Texte des Rappers Haftbefehl auf einer Stufe mit den großen deutschen Klassikern? Was seine Sprache so besonders macht – und weshalb sie trotzdem nicht gleich auf den Stundenplan muss.Wie Haftbefehl in seinem Beitrag auf Instagram schreibt, fiele es ihm nicht leicht, seine Pause aufgrund „gesundheitlicher und persönlicher Herausforderungen“ öffentlich zu machen. Siebzehn Stunden nach seinem ersten Post ergänzte er in seiner Instagram-Story, dass er die Verantwortung für seinen Weg selbst trage: „Bevor hier etwas falsch verstanden wird: Ich gebe niemandem die Schuld für meine aktuelle Situation weder der Doku noch anderen Menschen.“ Es ginge für ihn darum, sich die Zeit zu nehmen, die er brauche, um wieder zu Kräften zu kommen.Zuspruch kommt in der Kommentarspalte unter anderem von Rapper-Kollegen: Massiv wünscht „seinem Bruder“ viel Kraft und Gesundheit, Samra „ganz viel Kraft habibi! Du schaffst das“. Der Moderator Kai Pflaume kommentiert: „Erhol dich gut. Du wirst noch gebraucht“.