Dieter Bohlen spricht mit Philip Hopf und Dominik KettnerQuelle: @HopfKettner via YouTube; Screenshot WELTIm Podcast „Hopf & Kettner“ warnt Dieter Bohlen vor einem militärischen Sieg der Ukraine. Wenig Verständnis bringt er für deutsche Rüstungsprojekte oder den Bau von Bunkern auf. Moskau oder Kiew? „Vom Feeling her“ seien beide ohnehin gleich.Er habe die Kommentare unter einem vergangenen Bohlen-Interview per KI auswerten lassen. „Wann wird Dieter Bundeskanzler?“ sei am häufigsten gefragt worden, erzählt Dominik Kettner amüsiert. Bohlen lacht. Der Gedanke scheint ihm zu gefallen.Kettner, Co-Gründer von Kettner Edelmetalle, ist ein Goldhändler, aber kein klassischer. Er vermarktet seine Goldbarren und -münzen über YouTube-Videos, soziale Medien, Bücher und Podcasts – immer mit drastischen Warnungen vor einem baldigen Crash des globalen Finanzsystems. Nach eigenen Angaben hat das von Kettner und seinem Vater 2011 gestartete Unternehmen inzwischen über 90 Mitarbeiter.Seit Anfang des Jahres tritt Kettner an der Seite von Philip Hopf auf. Hopf führte lange mit dem Krypto-Millionär Kiarash Hossainpour – genannt Hoss – mit „Hoss und Hopf“ einen von Deutschlands erfolgreichsten und umstrittensten Podcasts. Mehrere Medien warfen den jungen Influencern eine Radikalisierung der Jugend durch „rassistische Ressentiments“ und „antisemitische Verschwörungsmythen“ vor. Anfang Januar folgte die Trennung von Hoss und Hopf nach einem internen Streit.Lesen Sie auchSeit Februar heißt es jetzt „Hopf & Kettner“. In den Folgen befasst sich das Duo mit den Vitalwerten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, bezeichnet den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als Drogenabhängigen mit ideologischem Hang zum Nationalsozialismus oder holt sich Dieter Bohlen ins Studio. Der Musikproduzent war schon auf Kettners YouTube-Kanal zu Gast. Mittlerweile verkauft der Goldhändler auch Münzen mit dem Konterfei des Pop-Titans. Bei „Hopf & Kettner“ wird er zur Außen- und Sicherheitspolitik befragt. Kettner konfrontierte den Produzenten mit einer Aussage des Generalleutnants der Luftwaffe, Holger Neumann, der unlängst erklärt hatte: „Die Bundeswehr sei bereit, heute Nacht zu kämpfen, und werde jeden Zentimeter Nato-Territorium mit verheerenden Luftschlägen verteidigen.“ Was ihm dabei durch den Kopf gehe? „Ja, vor allem, dass sich keiner aufregt und keiner dagegenspricht“, beschwerte sich Bohlen. Er fühle sich bereits in seinem Alltag bedrängt. „Ich krieg‘ zunehmend Angst“, beklagte er mit Blick auf die Übungen des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“. „Die Tornados donnern über Hamburg und über Tötensen.“Lesen Sie auchSkeptisch blickte Bohlen auf Verteidigungsminister Boris Pistorius, den „beliebtesten Politiker in Deutschland“, wie er betonte. Der SPD-Politiker war im vergangenen Monat zu Gesprächen über eine Rüstungskooperation in Kiew, die unter anderem die Produktion reichweitenstarker Drohnen umfassen soll. „Ich weiß nicht, ob das so der richtige Weg ist“, beklagte Bohlen. „Wir wollen Frieden, verdammte Scheiße!“ Insbesondere die Partei von Franziska Brantner und Felix Banaszak sah er diesbezüglich am Zug, immerhin hatte sich diese lange das Label „Friedenspartei“ gegeben. „Wo sind die Grünen geblieben?“Stattdessen wird über Schutzräume debattiert. „Wir brauchen zehn Milliarden für neue Bunker“, heiße es mittlerweile. „Warum müssen jetzt Bunker gebaut werden? Was haben die da vor? Da kriege ich doch Angst. Ich baue doch keine Bunker einfach so aus Jux, sondern ich baue Bunker, wenn ich antizipiere, dass die Krieg wollen.“ Auch Bundeskanzler Friedrich Merz kenne „nur das Wort ‚Krieg‘“ und betone, der Ukraine zum Sieg verhelfen zu wollen. „Das wäre ja der Worst Case, das wäre ja noch schlimmer. Wenn die Ukraine gewinnen würde gegen Russland, ich glaube, dann wäre der Weltkrieg da.“Lesen Sie auchBohlen sieht vor allem eine Gefahr in den russischen Nuklearwaffen. „Die haben das Arsenal von etlichen Hunderten von Atombomben, wo fast jede Atombombe fast ganz Deutschland austrotten könnte“, sagte der Produzent. „Und sie glauben, Putin geht einfach so unter, unterwirft sich der Ukraine? Ich meine, das ist doch Quatsch.“ Lesen Sie auchHopf sprang ihm unterstützend zur Seite und erhob ausgerechnet Wladimir Solowjow, führenden Propagandisten des Kremls, zu seinem Kronzeugen, der in Roger Köppels „Weltwoche“ gesagt habe: „Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, wenn wir einen Krieg gegen euch führen würden, dass wir den auf dem Boden führen mit normalen Soldaten. Ihr seid 500 Millionen Europäer, wir sind nicht mal halb so viele Russen. Die einzige Art, wie wir den führen, ist, dass wir euch mit Atombomben zuschütten.“Lesen Sie auchDas finde in den hiesigen Medien nicht statt, wo generell eine „ganz einseitige Berichterstattung“ herrsche, raunte Bohlen. „Wenn eine Drohne von der Ukraine nach Moskau fliegt, dann ist das ok – und umgekehrt überhaupt nicht“, mokierte er sich. „Eigentlich ist es gleich, aber unsere Medien berichten natürlich nur immer über die eine Geschichte.“ Er habe Millionen von Fans in Russland, wäre hierzulande aber gleich „kaputt“, wenn er dort aufträte. Die Situation ähnele seiner Lesart folgend dem Boykott Südafrikas zu Zeiten des Apartheid-Regimes. „Ob ich früher in Moskau oder Kiew war: Vom Feeling her war das gleich“, schilderte Bohlen achselzuckend. Statt jeden als „rechtsradikal“ zu bezeichnen, der auch nur das Wort „Putin“ in den Mund nehme, müssten sowohl die beiden Kriegsparteien untereinander als auch deutsche Politiker mit dem russischen Präsidenten Gespräche führen. Speziell Sahra Wagenknecht und Alice Weidel wären dazu „sofort“ bereit, zeigte er sich sicher. Womöglich sähe sich Bohlen aber auch selbst in einer diplomatischen Rolle. Immerhin scheint er sich sicher zu sein, dass Putin mit seinem Œuvre bestens vertraut ist. Auf Kettners Feststellung, dass dieser „ein hochintelligenter Mann“ sei, da er immerhin akzentfrei Deutsch spreche, erwiderte der TV-Juror: „Das hat mit hochintelligent nichts zu tun. Das liegt daran, dass er jahrelang in Dresden gewohnt hat und die ganze Zeit Modern Talking gehört hat.“
Dieter Bohlen: „Das wäre der Worst Case, wenn die Ukraine gegen Russland gewinnen würde“ - WELT
Im Podcast „Hopf & Kettner“ warnt Dieter Bohlen vor einem militärischen Sieg der Ukraine. Wenig Verständnis bringt er für deutsche Rüstungsprojekte oder den Bau von Bunkern auf. Moskau oder Kiew? „Vom Feeling her“ seien beide ohnehin gleich.








