PfadnavigationHomeSportFußballWMBelgischer NationalspielerGeburt statt WM? TV-Moderatorin sorgt für Empörung, Sender distanziert sichStand: 14:24 UhrLesedauer: 3 MinutenBelgien verpasst im zweiten Gruppenspiel den erhofften Befreiungsschlag. De Bruyne, Lukaku und Co. können Irans Torhüter trotz zahlreicher Großchancen nicht überwinden.Jeremy Doku will die belgische Mannschaft bei der WM verlassen, wenn sein erstes Kind geboren wird. Eine französische Moderatorin kritisiert das heftig und löst mit ihren Äußerungen eine breite Debatte aus.Es ging um eine Frage, die viele Profisportler irgendwann beantworten müssen: Was hat Vorrang? Ein Wettbewerb oder die Geburt eines Kindes? Der belgische Nationalspieler Jeremy Doku hatte sich dazu zuletzt eindeutig geäußert. Sollte sein Sohn während der Weltmeisterschaft zur Welt kommen, wolle er bei seiner Familie sein. „Niemand möchte die Geburt seines ersten Kindes verpassen“, sagte der 24-Jährige. Seine Frau Shireen erwartet das gemeinsame Kind Anfang Juli, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem die K.-o.-Phase des Turniers beginnt.Die französische Journalistin und TV-Moderatorin France Pierron kritisierte in der Sendung „L’Équipe de Choc“ Dokus Haltung und stellte die Frage, ob ein Spieler wirklich eine Weltmeisterschaft für die Geburt seines Kindes verlassen sollte. Eine WM sei die Verwirklichung eines Kindheitstraums und für viele Profis eine möglicherweise einmalige Gelegenheit. „Es gibt Hunderte Fußballer, die töten würden, um an deiner Stelle zu sein“, sagte Pierron.Besondere Aufmerksamkeit erhielten ihre weiteren Aussagen zur Rolle von Vätern bei einer Geburt. Pierron bezeichnete die Geburt eines Kindes als „widerlichen Moment“ und erklärte, der Vater habe dabei lediglich eine Statistenrolle. Wörtlich sagte sie: „Der Vater ist dabei nutzlos.“ Aus ihrer Sicht könne die Geburt deshalb nicht denselben Stellenwert haben wie die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.Die Aussagen stießen auf Widerspruch. In sozialen Netzwerken wurde vor allem die Beschreibung der Geburt kritisiert. Unterstützung erhielt Doku auch aus dem Kreis anderer Nationalspieler. Englands Stürmer Ollie Watkins äußerte sich auf einer Pressekonferenz ähnlich. Die Geburt des ersten Kindes sei ein einmaliger Moment, sagte der Nationalspieler. Ein Kind auf der Welt willkommen zu heißen, sei „ein Segen“. Die Wortwahl der Moderatorin könne er nicht nachvollziehen.„Niemand möchte die Geburt seines ersten Kindes verpassen“Einen Tag später äußerte sich Pierron selbst zu der Debatte. In einer Stellungnahme erklärte sie, sie habe eine persönliche Meinung geäußert, die nicht als Position ihres Senders verstanden werden dürfe. Gleichzeitig räumte sie ein, dass ihre Aussagen Menschen verletzt oder irritiert haben könnten.Noch deutlicher reagierte L’Équipe. Der Sportsender der gleichnamigen Sportzeitung distanzierte sich öffentlich von den Aussagen seiner Moderatorin. In einer Erklärung sprach das Unternehmen von Äußerungen, die „weit von den Werten der Gruppe entfernt“ seien. Zugleich entschuldigte sich der Sender bei Doku und seinem Publikum. Französische Medien berichteten anschließend, Pierron werde vorerst nicht mehr in ihrer bisherigen Rolle in der Sendung auftreten.Lesen Sie auchFür Doku fällt die Debatte in eine sportlich wichtige Phase des Turniers. Belgien steht nach zwei Unentschieden zum Auftakt unter Druck, der Offensivspieler fehlte zuletzt krankheitsbedingt. Skaya1 mit AP
WM 2026: Geburt statt WM? TV-Moderatorin sorgt für Empörung, Sender distanziert sich - WELT
Jeremy Doku will die belgische Mannschaft bei der WM verlassen, wenn sein erstes Kind geboren wird. Eine französische Moderatorin kritisiert das heftig und löst mit ihren Äußerungen eine breite Debatte aus.










