HomeKulturDebatteRechtsruckDie Faschismus-Debatte ist leider keine linke Nebelkerze21. Juni 2026, 16:14 UhrLesezeit: 6 Min.„Querdenker“-Demo im November 2021 in Leipzig. Stringer/AFPKann man die gegenwärtige Verrohung und die Ausgrenzungsfantasien immer noch bloß „Rechtspopulismus“ nennen? Nur, wenn man ignoriert, was die Forschung längst weiß.Gastbeitrag von Stephan Lessenich und Sven ReichardtEs wird wieder viel über Faschismus gesprochen. In der wissenschaftlichen Debatte ist der Begriff in den USA fester etabliert als hierzulande. In der deutschen Diskussion dominiert, jenseits von aufgebrachten Demosprüchen und Social-Media-Grabenkämpfen, eher noch die Frageform: Erleben wir den Aufstieg eines neuen Faschismus? Sollte man den Begriff heute zeitdiagnostisch verwenden? Was nützt das? Und wem?
Rechtspopulismus oder Faschismus? Die Debatte ist keine linke Nebelkerze
Kann man die Verrohung und Gewalt, die wir erleben, immer noch bloß „Rechtspopulismus“ nennen? Eine Definitionshilfe aus der Wissenschaft.
Lessenich und Reichardt belegen, dass der Faschismus-Begriff wissenschaftlich gerechtfertigt ist zur Beschreibung gegenwärtiger politischer Verrohung, nicht eine linke Nebelkerze. Präzise politische Terminologie bestimmt, wie Gesellschaften demokratische Polarisierung verstehen und adressieren.









