Von seinem Elektroauto wollte sich Wang Lei nun endlich verabschieden. Der 39-Jährige hatte das Auto 2016 gekauft, als Elektroautos in Peking noch als Experiment galten. Es war ein kompaktes Modell einer chinesischen Marke. Die Subventionen waren gut, und der Verkäufer sprach von der „Förderung heimischer Innovationen“. Zu dieser Zeit fuhren nur wenige Menschen in seinem Umfeld mit Elektroautos. Er mochte es, ein Vorreiter zu sein.Anzeige
Doch mittlerweile begann die Reichweite des Autos zu sinken. Die Batterie verlor an Leistung. Lei hätte sie austauschen können, aber die Garantie war abgelaufen; die Kosten und der Aufwand lohnten sich nicht mehr. Außerdem wollte er ein Upgrade, sodass der Verkauf die naheliegende Wahl war.
Seine vagen Pläne wurden konkret, als er auf Douyin, Chinas heimischer Tiktok-Version mit starkem E-Commerce-Anteil, Anzeigen von lokalen Batterierecyclern sah. Er erkundigte sich bei einigen Unternehmen und das höchste Angebot kam von einem kleineren Laden am Stadtrand. Er fügte den Kontakt auf Wechat hinzu, und am nächsten Tag kam jemand vorbei, um sein Auto abzuholen. Er erhielt 8.000 Yuan (etwa 975 Euro). Mit der zusätzlichen Abwrackprämie der chinesischen Regierung strich Wang insgesamt etwa 28.000 Yuan ein (knapp 3.400 Euro).






