Canonical arbeitet an einer Spracherkennung für Ubuntu Desktop. Das Projekt heißt Myna und soll in Ubuntu 26.10 eine Diktierfunktion bringen, die direkt auf dem Rechner läuft. Nutzer aktivieren sie per Tastenkürzel, sprechen und sehen den erkannten Text in der jeweils geöffneten Anwendung. Canonical will damit eine einfache, native Diktierfunktion auf den Desktop bringen.

Verarbeitung auf dem Gerät

Technisch setzt Canonical auf lokal laufende Spracherkennung. Sobald die nötigen Modelle installiert sind, braucht Myna keine Internetverbindung mehr. Das Mikrofon aktiviert das System nur dann, wenn der Nutzer das Diktat ausdrücklich startet. Die Audiodaten verarbeitet Myna im Arbeitsspeicher und verwirft sie danach wieder. Aufnahmen lädt das System nicht an externe Dienste hoch. Canonical betont in seiner Ankündigung explizit den Datenschutzaspekt des Projekts.

Myna ist modular aufgebaut. Canonical trennt die Spracherkennung von der Benutzerinteraktion, der Verwaltung der Diktiersitzung und der Texteingabe in Anwendungen. Diese Aufteilung soll spätere Erweiterungen der Software erleichtern.

Als Zielplattform nennt Canonical zunächst Ubuntu Desktop unter Wayland, mit GNOME als primär geprüfter Umgebung. Die Architektur soll aber offen genug bleiben, um später auch andere Desktop-Umgebungen zu unterstützen.