PfadnavigationHomePolitikDeutschlandWegen geplanter Reform„Damit rechnen, dass jedes zweite Krankenhaus pleitegeht“ – Verband warnt vor massivem StellenabbauStand: 08:33 UhrLesedauer: 2 MinutenDer Entwurf der geplanten Gesundheitsreform von Bundesministerin Nina Warken (CDU) geht in die erste Lesung. Warken verteidigt im Gespräch mit Dorothea Schupelius den Entwurf.Nach den Plänen der Bundesregierung drohen aus Sicht der Branche Klinikschließungen und ein massiver Stellenabbau. Der Krankenhausverband warnt sogar davor, dass langfristig die Hälfte aller Kliniken schließen müsse.Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Pleitewelle und einem massiven Arbeitsplatzabbau in der Branche wegen der Sparpläne der schwarz-roten Regierung. „Kommen die Einsparungen wie geplant, verlieren wir 2027 insgesamt acht Prozent unserer Erlöse“, sagte Verbandschef Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in diesem Fall 2030 49 Prozent aller Krankenhausstandorte eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit haben werden“, sagte Gaß weiter. „Übersetzt heißt das: Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht.“ Nach Berechnungen der DKG müssten die Kliniken zudem jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen, falls die Einsparungen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wie geplant umgesetzt werden. Die Kürzungen träfen eine Branche, die bereits am Limit arbeite, sagte Gaß. Reform ja, aber mit PlanungGaß betont zugleich, dass sein Verband die Ziele der Krankenhausreform grundsätzlich unterstützt. Dazu gehörten eine stärkere Spezialisierung, die Fusion kleinerer Häuser und neue Versorgungsstrukturen. Dieser Umbau müsse jedoch geordnet über etwa zehn Jahre erfolgen. „Ich bleibe dabei, dass wir künftig auf 400 bis 500 klassische Krankenhausstandorte verzichten könnten“, sagte Gaß. Viele Häuser, die erhalten oder umgewandelt werden sollten, würden die geplanten Kürzungen jedoch womöglich nicht überstehen.Lesen Sie auchMit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz will Warken die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung verbessern. Gegen Teile des Vorhabens gibt es Widerstand von Ländern und Krankenhausvertretern.dpa/krö