Die Rentenkommission will, dass die Deutschen länger arbeiten. Am Dienstag wird sie unter anderem vorschlagen, das Renteneintrittsalter parallel zur zunehmenden Lebenserwartung ansteigen zu lassen und die frühzeitige abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren – die sogenannte Rente mit 63 – abzuschaffen. Entsprechende Berichte von ZDF und „Bild am Sonntag“ wurden dem Tagesspiegel bestätigt.Doch inwiefern sind die Beschäftigten auch in der Lage und bereit, länger zu arbeiten? Diesen Fragen widmet sich die gesetzliche Krankenkasse DAK in ihrem Gesundheitsreport 2026, der Anfang Juli erscheint. Einige Ergebnisse zur Gesundheit älterer Beschäftigter liegen dem Tagesspiegel bereits vor.Für die Krankenkasse hat das IGES-Institut untersucht, wie hoch der Krankenstand unter ihren Versicherten ist. Demnach sind Mitarbeiter jenseits der 50 seltener krankgeschrieben als jüngere Kollegen. In der Gruppe bis 49 sorgten 100 Versicherte im vergangenen Jahr für 213 Krankschreibungen. In der Gruppe ab 50 waren es nur 165 Fälle. Ältere Beschäftigte sind länger krank Allerdings dauert die Arbeitsunfähigkeit bei Älteren wesentlich länger an. Sie fehlten im Durchschnitt 16,3 Tage, die Jüngeren nur 8,2 Tage. Insgesamt haben Beschäftigte ab 50 laut DAK längere Ausfallzeiten. „Je 100 Versicherte ab 50 Jahren waren es in 2025 2.693 Fehltage und bei den unter 50-Jährigen nur 1.744 Fehltage“, heißt es in einer Präsentation zu der Untersuchung.Mit zunehmendem Alter sind die Mitarbeiter dabei immer häufiger krank. Der Krankenstand bei 50 Jahre alten Beschäftigten liegt bei 5,8 Prozent. Er steigt danach langsam und schrittweise an und liegt mit 60 Jahren bereits bei 7,7 Prozent. Anschließend nimmt er nochmals deutlich zu und liegt mit 66 Jahren bei elf Prozent.Alle, die über das gesetzlich festgeschriebene Renteneintrittsalter hinaus arbeiten, sind hingegen nur selten krank. Bei den 67-Jährigen liegt der Krankenstand nur noch bei 4,5 Prozent und bei den 69-Jährigen gar nur bei 3,9 Prozent. IGES und DAK führen das auf den sogenannten „Healthy-Worker-Effect“ zurück. Mit anderen Worten: Nur wer gesund ist, arbeitet auch länger.Daneben hat die DAK das Meinungsforschungsinstitut Forsa 7000 Beschäftigte fragen lassen, wann sie in Rente gehen möchten. 44 Prozent aller Befragten gaben dabei an, dass sie darüber nachdenken, „vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden“. 35 Prozent möchten laut der Befragung bis zum Rentenalter arbeiten und neun Prozent planen darüber hinaus weiterzuarbeiten.Der Schlüssel für ein längeres Erwerbsleben ist ein nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement und eine Unternehmenskultur, die die Erfahrung älterer Beschäftigter wertschätzt.DAK-Chef Andreas StormBei älteren Angestellten nimmt der Wunsch nach einem früheren Renteneintritt zu. Unter den Befragten über 50 plant mit 52 Prozent über die Hälfte einen Ausstieg vor dem Rentenalter.Der Gesundheitszustand spielt dabei eine zentrale Rolle. 48,7 Prozent der Beschäftigten über 50, die sich fit fühlen, wollen frühzeitig in Rente gehen. Bei jenen, die mit ihrer Gesundheit unzufrieden sind, sind es hingegen 60 Prozent. Bei den jüngeren Angestellten ergibt sich ein ähnliches Bild.DAK-Chef Andreas Storm, erkennt Handlungsbedarf bei den Unternehmen. „Der Schlüssel für ein längeres Erwerbsleben ist ein nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement und eine Unternehmenskultur, die die Erfahrung älterer Beschäftigter wertschätzt“, sagt er dem Tagesspiegel.„Wenn jeder zweite Beschäftigte über 50 Jahre heute über einen vorzeitigen Renteneintritt nachdenkt, verdeutlicht dies den großen Handlungsdruck“, meint Storm. Unternehmen müssten ihre Gesundheitsangebote verstärken. „Denn sie können es sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht mehr leisten, ältere Beschäftigte und deren Kompetenzen zu verlieren.“
Studie zur Rentendebatte: 44 Prozent der Beschäftigten würden gerne in Frührente gehen
Beschäftigte sollen nach den Plänen der Politik länger arbeiten. Doch können sie das mit Blick auf die Krankenstände auch? Und wollen sie das? Eine Studie der DAK-Gesundheit gibt Auskunft.
Rentenkommission will Rente mit 63 abschaffen; DAK-Studie: 44% der Beschäftigten (52% über 50) wollen früher in Rente gehen. Manager müssen Senior-Talent-Retention durch Health-Management priorisieren, um Tech-Skill-Shortage im demografischen Wandel zu begegnen.












