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Nach 20 Minuten bewegt sich das Laub. Erst sind nur zwei Öhrchen zu sehen, dann ein felliger Kopf. Schwarze Knopfaugen prüfen die Umgebung, bevor die Waldmaus schließlich aus ihrem Bau hüpft und die Wiese erkundet. Gamander López, 24, hat geduldig auf diesen Moment gewartet, das riesige Objektiv seiner Kamera auf das kleine Mauseloch gerichtet. »Guten Abend«, sagt er leise. Als könnte sie ihn verstehen. Und wer weiß? Die beiden kennen sich schon eine Weile.

Es ist der 24. Abend in Folge, den Gamander mit graubrauner Wolljacke und Sitzkissen im Gras des Parks in Bonn hockt, um die Gelbhalsmaus und ihre Familie zu filmen. Die Sonne steht tief. Ein paar Meter weiter joggen Menschen über die asphaltierten Wege des Parks, schieben Kinderwagen oder telefonieren. Niemand beachtet die Szene. Und niemand ahnt wohl, dass hier gerade Content für ein Millionenpublikum entsteht. Doch bald werden die Mäuse auf Handybildschirmen in der ganzen Welt zu sehen sein.