Aserbaidschan, ein mehrheitlich muslimisches Land im Südkaukasus, verfolgt nicht nur eine strikt säkulare Politik, sondern unterhält auch beste Beziehungen zu Israel. Es gehört zu den wenigen muslimischen Ländern, die von israelischen Touristen gern besucht werden. In der Hauptstadt Baku gibt es ein eigenes Internationales Multikulturalismuszentrum. Wir haben dessen Direktor, Ravan Hasanov, zum multikulturellen Vektor der aserbaidschanischen Politik befragt.
Herr Hasanov, Ihr Land rühmt sich seines multikulturellen Charakters. Was sind die Gründe dafür?Multikulturalismus in Aserbaidschan ist eine historische Realität, eine Grundlage der Staatlichkeit. Aserbaidschan liegt am Schnittpunkt von Reichen, Religionen, Sprachen und Zivilisationen. Turkische, persische, kaukasische, russische, islamische, christliche, jüdische, europäische und asiatische Einflüsse haben ihre Spuren hinterlassen.Es war immer normal, auf dem Markt verschiedene Sprachen zu hören. Aserbaidschaner zu sein, heißt nicht, einer bestimmten Tradition oder Kultur anzugehören. Das überrascht viele Europäer, da sie Multikulturalismus meist mit den Debatten um Migration in Verbindung bringen. In Aserbaidschan reicht Vielfalt viel weiter zurück als die moderne Republik. Multikulturalismus war immer eine Selbstverständlichkeit.








