Etwa zur Hälfte des Films wacht Bear (Michael Johnston) nachts in seinem Bett auf, und Nikki (Inde Navarrette) ist weg. Nervös fährt die Kamera durch den dunklen Raum. Bear schwitzt und wird unruhig, er hört Nikkis Stimme aus einer gegenüberliegenden Ecke und erkennt sie schließlich schemenhaft. Sie steht da einfach mit dem Rücken zur Wand, mitten in der Nacht, und winselt, er liebe sie nicht. Ihre Wehklagen werden lauter, in der Dunkelheit meint man, anstatt ihres Gesichts eine Fratze zu erkennen. Es ist der bedrohlichste Moment des Films, dabei folgt erst noch eine Hommage an die von manchen so bezeichnete gruseligste Filmszene aller Zeiten (aus dem japanischen Film „Pulse“ von 2001), wenn Nikki sich auf unwirkliche Weise zurück zu Bear ins Bett bewegt. Als sie ihm dann noch mit schrecklich verzerrtem Geschrei („BLEIB!“) verbietet, auf die Toilette zu gehen, muss man das als Zuschauer als den zu dem Zeitpunkt dringend benötigten comic relief annehmen und nicht weiter darüber nachdenken. Lustig wird’s danach nämlich eher nicht mehr.
"Obsession" im Kino: Einer der besten Horrorfilme des Jahres
Kann man eine andere Person zwingen, sich zu verlieben? Was in "Obsession" passiert, hat schreckliche Konsequenzen.







